29
Mai
10

Marktgang mit ohne Erdbeeren

Endlich scheint einmal die Sonne in diesem so trüben Mai, ich habe auch endlich einmal wieder Lust, auf meinen Markt auf dem Boxhagener Platz zu gehen. Zum Glück ist es noch sehr früh, so dass es noch relativ friedlich in den engen Gassen zu geht.

Nur an meinem Lieblingskäsestand hat sich schon eine lange Schlange Kundschaft aufgebaut, also werde ich ohne Käse meine Einkaufstour gestalten müssen. Gegenüber, an dem Stand, an dem ich am liebsten die Äpfel kaufe, stehen auch ein paar Unentschlossene. Ich entschließe mich zu einem Kilo Cox, kleine süß-säuerliche Äpfel und hoffe, dass sie ihre beste Zeit nicht schon hinter sich haben: nach Pfingsten sollte man ja eigentlich fast auf die Ernte im Herbst warten, nach so langer Lagerzeit wird auch der knackigste Apfel langsam mehlig. Mitgenommen werden noch ein knappes Kilo kleiner Zwiebeln, ein Bund glatter Petersilie und zwei Handvoll Möhren.

Zwei Stände weiter stehen die ersten Erdbeerenkörbchen herum, aber sie werden nicht mitgenommen, denn auch bei einem Schnuppertest rieche ich kein Erdbeeraroma und das sollte wohl bei reifen Erdbeeren so sein! Auch am nächsten Stand: Fehlanzeige! Die roten Dinger riechen nach nichts, auch wenn sie fast richensarot sind. Zwar versucht mir der Verkäufer eine Erdbeere aufzuschwatzen, ich solle doch probieren, auf meinen Einwand, dass sie ja nicht einmal nach Erdbeeren riechen, wenn ich die Nase fast im Körbchen habe, meint er, dass ich ja gar nicht probiert hätte. Hey, ich MUSS doch auch gar nicht und wollen will ich auch nicht… Ich zicke etwas.

Auch die „Schaaaafsmilch, frische Schaaaaaaaafsmilch“ will ich nicht. Der Verkäufer hört sich beim Anpreisen seiner Schafsmilch selber etwas wie ein blökendes Schaf an, vielleicht ist das ansteckend bei zu viel Schaaaaaafsmilch?

Mit Rauke, Rhabarber, Wildkräutersalat und drei kleinen Zucchini habe ich meine Einkaufsliste abgearbeitet und schlendere langsam nach Hause.

Heute abend gibt’s selbstgemachte Pizza mit Gemüse drauf und irgendwas leckeres mit Rhabarber, vielleicht einen Crumble mit Äpfeln und Walnussstreuseln?

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8 Responses to “Marktgang mit ohne Erdbeeren”


  1. 1 karu02
    29. Mai 2010 um 15:07

    Unsere eigenen Lageräpfel sind gerade mehlig zur Neige gegangen. Zum Glück gibt es um genau diese Zeit die ersten „echten“ frischen Erdbeeren, heute die erste im Garten. Einzeln roch sie so gut, wie im Supermarkt die ganze Schale nicht. Du hast Recht, den Kauf von so etwas zu verweigern. Einer Französin könnte man so was überhaupt nicht anbieten, ich bin immer neidisch auf die französischen Obst/Gemüseläden und die Märkte. Leider sind die KäuferInnen hierzulande nicht kritisch genug.

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  2. 29. Mai 2010 um 15:35

    Irgendwo hatte ich gelesen, Produktion von Tomaten betreffend: nach Italien gehen die größten, nach Frankreich die aromatischsten, nach Deutschland die schönsten. Könnte was dran sein.

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  3. 3 kormoranflug
    29. Mai 2010 um 15:36

    Waruöm sollte eine „Zicke“ Schafsmilch kaufen?

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    • 4 richensa
      29. Mai 2010 um 18:03

      Karu, stimmt genau, ich verweigere mich aber dem „spanische Erdbeeren im März“ oder „chilenische zu Weihnachten“. Die Erdbeerzeit ist kurz, also will ich in der Zeit auch die aus meiner Region haben, die gefälligst reif sein sollten, duften und schön richensarot. So! Und da werde ich zur Teilzeitfranzösin ;-)

      Lakritze, ich hoffe, dass wir noch ein paar eigene, brandenburgische Erdbeeren abbekommen. Ab nächster Woche in der Lausitz, da isses immer etwas wärmer als in Berlin, hoffe ich auf besseres Erdbeerwetter…

      Herr Kormoran, die Zicke hat doch auch keine Schafsmilch gekauft, nicht mal probiert *g*!

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  4. 29. Mai 2010 um 18:56

    Während ich deine Einkaufsabenteuer studiere,gibts bei mir die ertsen heimischen Erdbeeren vom Schmidener Feld. Ja, da kann man nicht meckern!!!

    „mit ohne“ ist übrigens eine ebenso schöne formulierung wie die Kombinationen mit voll. „Das Freibad war voll leer“ ist einer meiner Liebslingssätze meiner Lieblingstochter.

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  5. 29. Mai 2010 um 23:41

    Erdbeeren sind mehr oder weniger von meinem Speiseplan verschwunden, weil es so gut wie keine mehr gibt, die das ursprüngliche Aroma mit sich bringen, schade.

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    • 8 richensa
      30. Mai 2010 um 19:26

      Bei meinem Vater im Garten wachsen (hoffentlich noch?) überall diese kleinen Walderdbeeren, die sind die besten überhaupt, zumindest in meiner Erinnerung. Leider bin ich nie im Ostwestfälischen, wenn die gerade reif sind.
      Vom Speiseplan verschwunden sind sie bei mir nicht, wenn sie gut duften, haben sie eine echte Chance ;-)

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