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Der Laden in Klockow

Heute habe ich endlich einmal die Gelegenheit genutzt, den kleinen Laden in Klockow im Kreis Uckermark, ganz im Nordosten von Brandenburg zu besuchen. Es wurde dringend Süßes benötigt, um kleine Launetiefs zu überbrücken.

Vor dem Laden wurde ich von einem missmutig blickenden Mops angestarrt, der an einer Laufhilfe angeleint war. Das zugehörige Frauchen fühlte sich offensichtlich so beflügelt, dass sie das treue Gefährt und den treuen Gefährten vor den Toren des dörflichen Konsums stehen ließ.

Hinter dem Eingang hat der Kunde die Wahl, den Laden durch die Tür mit der Aufschrift „Eingang“ oder „Ausgang“ zu betreten oder sich über die Mittagskarte des „Dörphuses“, der ländlichen Kantine, zu informieren. Im Inneren des Ladens findet man ein breites Spektrum an Waren des täglichen Bedarfs, allerdings nicht in der aus den großen Supermärkten bekannten Vielfalt. Dafür gibt es eben alles: Gemüse, Allzweckreiniger, Besenstiele, Kartoffelbreipulver, Joghurt, Milch, Rotkäppchensekt Mild und natürlich Klopapier.

Als wir zu dritt auf der Suche nach Süßigkeiten den Laden betraten, verstummte einmal wieder kurz die Gespräche, wir wurden von der Kundschaft, von der Verkäuferin und dem Marktleiter kurz gemustert. Schließlich schienen alle der Meinung zu sein, dass unser Auftreten nicht das Wählen der Notrufnummer erforderte und es wurde wieder munter weiter geplaudert. Mopsen Frauchen bezahlte ihre Äpfel, die Wurst und eine kleine Flasche Likör. Ihre Einkäufe wurden ihr in den Korb der Gehhilfe gebracht, offensichtlich zufrieden zogen die drei, Mops, Gehhilfe und Frauchen von dannen.

Wir hatten auch unseren Einkaufserfolg und zogen ebenfalls von dannen.

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Landshop

Dorfstraße 30

17291 Klockow bei Prenzlau


18 Responses to “Der Laden in Klockow”


  1. 1 opavati
    21. April 2010 um 09:32

    WtB. Mehr Laden brauch kein Mensch, eigentlich.

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    • 2 richensa
      23. April 2010 um 07:25

      Eigentlich… aber wir haben uns an das Monsterangebot der Riesensupermärkte gewöhnt.

      Die alte Dame mit der Gehhilfe und dem Nicht-Mops ist sicher sehr, sehr froh, dass es noch einen Laden im Dorf gibt.

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  2. 3 6kraska6
    21. April 2010 um 14:36

    Das ist aber, mit Verlaub, kein Mops. Mehr als die Hälfte der Gene wenigstens, man siehts an Körperbau, Fledermausohren und Fellzeichnung, stammen von der heute sehr modischen „Französischen Bulldogge“. Nüscht für unjut! Gruß in die Uckermark..

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    • 4 richensa
      23. April 2010 um 07:27

      Danke, ich kann nur Pudel und deutschen Schäferhund (westdeutsch) einigermaßen sicher erkennen, der Geselle hier sah mir einfach nach Mops, wie ihn Wilhelm Busch zeichnet, aus.
      Werde versuchen, mir die Charakteristika einer modischen „französischen Bulldogge“ zu merken.
      Du meinst also, dass man/frau hundetechnisch auf modischer Höhe ist, da inenr Uckermark?

      Das beruhigt doch! ;-)

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  3. 5 vau
    21. April 2010 um 15:18

    Hey hey, aber mit Frisch-Wurst-Theke! Hätte ich nicht gedacht. Hm, naja, aber eigentlich könnte mir ja nichts egaler sein. Was mich zur viel entscheindenderen Frage führt: Kennt die Uckermark schon Tofu? Schließlich geht das Grillen ja bald los =)

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    • 6 richensa
      23. April 2010 um 07:28

      Die Verbreitung des gemeinen Tofus in der Uckermark ist landschaftlich stark an die Verbreitung von größeren Supermärkten mit Bio-Ecke gekoppelt. In Klockow gibt es definitiv keinen im Kühlregal.
      Werde Feldstudien werde ich anschließen, versprochen!

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  4. 7 6kraska6
    23. April 2010 um 13:14

    Modehunde-Hundemode-Kunde ist mein Hobby. Tatsächlich verbreitet sich die Französische Bulldogge epidemisch. Für die Morphologie siehe hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Französische_Bulldogge

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  5. 9 Susi
    21. Mai 2010 um 20:21

    Sieht aus wie der Konsum bei uns um die Ecke … da dürfen aber sogar die Möpse mit rein ;-)

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  6. 10 karu02
    26. Mai 2010 um 12:26

    Ich würde etwas darum geben, so einen Dorfladen im Dorf zu haben. Ich bin eine Supermarkthasserin. Schön, dass es so etwas überhaupt noch gibt in unserem Land.
    Danke für den Bericht.

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  7. 3. Juni 2010 um 13:42

    SK auf der Speisekarte meint sicher Salzkartoffeln. Du befindest dich aloso noch nicht im gesegneten Bratkartoffelland.

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    • 12 richensa
      6. Juni 2010 um 21:04

      Nein, es ist nicht das gelobte Bratkartoffelland, aber es ist der Landstrich, in dem die Kartoffeln „Nudeln“ genannt werden.

      Hey, kennst du den Lobgesang des Herrn Ringelnatz?

      Abschiedsworte an Pelka
      Jetzt schlägt Deine schlimmste Stunde,
      du Ungleichrunde,
      du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
      du Vielgequälte,
      du Gipfel meines Entzückens,
      Jetzt kommt der Moment des Zerdrückens,
      Mit der Gabel- sei stark!
      Ich will auch Butter und Quark
      Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen.
      Mußt nicht gleich so ängstlich dampfen.
      Ich möchte dich doch noch einmal erfreun.
      Soll ich Schnittlauch über dich streun?
      Oder ist dir nach Hering zumut?
      Du bist ein rührend junges Blut.-
      Deshalb schmeckst du besonders gut.
      Wenn das auch egoistisch klingt,
      So tröste dich damit, du wundervolle
      Pellka, daß du eine Edelknolle
      Warst, und daß dich ein Kenner verschlingt.

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      • 13 joulupukki
        12. August 2012 um 19:39

        Wie jetzt? Kartoffeln werden hier „Nudeln“ genannt? Und wie nennt man dann die Nudeln? „Reis“? Ich muss mich doch ein wenig über eure Gepflogenheiten wundern…

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  8. 14 Jens
    30. März 2013 um 14:19

    Hallo, ich heiße Jens und war von 1980-1983 Lehrling im VEG(T) als Schäferlehrling und dort im Internat untergebracht.
    Bin durch Zufall auf Eure Seite gestoßen und dachte mir, das ist doch der alte Dorfkonsum. Was ist aus Klockow geworden? Gibt es noch Schafe? Steht das Lehrlingswohnheim noch? Würde mich freuen, mal was aus Klockow zu hören.

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  9. 17 Matthias Unger
    31. März 2018 um 08:35

    Hallo Jens, (falls es Dich noch gibt) Eintrag ist von 2013 .
    Ich fand die Seite zufällig.
    Mein Name ist Matthias ich war von 1981-1984 Schäferlehrling im
    damaligen VEG(Z) Klockow / Kleptow .Das (Z) stand für zentralgeleitet
    Auch ich war in dem großen Internat untergebracht. Wir wurden täglich mit einem Roburbus nach Kleptow gebracht und Abends wieder zurück .Ich kann mich an alles noch gut erinnern
    obwohl es jetzt über 30 Jahre her ist .
    Unser Internat (heue verfallen?? ) stand nahe dem Ortsausgang danach kam nur noch das Freibad sowie die KAP Straße ( Plattenweg )zur Hauptstraße nach Prenzlau.
    In der anderen Richtung ging es nach Brüssow
    Gibt es noch ehemalige Lehrlinge was ist aus der Sache gworden?
    herzliche grüße nach Klockow
    Matthias

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