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Trari-trara, zweiter Teil

Nachdem der erste Zustellversuch der DHL ja definitiv am 14.1. nicht stattgefunden hatte, bin ich, entgegen meiner Absicht, heute doch zur Poststelle gelaufen. Dummerweise hatte ich die Abholkarte übers Wochenende in meiner Tasche vergessen und nun war es höchste Zeit, an das Päckchen zu kommen.

Dieses Mal musste ich nicht einmal sehr lange warten, bis ich dran kam. Und wenige Augenblicke später konnte ich das Päckchen in den Händen halten.

Den Absender kannte ich, ein geschätzter Kollege. Hm, ein Buch oder ein Sonderdruck war es nicht, der Inhalt gab auf leichten Druck leicht nach. Kaum hatte ich die Filiale hinter mir gelassen, riss ich das Päckchen auf und musste ganz laut lachen!

Rückblende: irgendwann im Herbst wurde ich per SMS gefragt, ob ich mit auf eine Reise nach Abessinien kommen wolle. Abessinien, Weihrauch, die Königin von Saba, Kaffee… tolle Idee! Leider passte mir der Reisezeitraum nicht, außerdem habe ich meine Urlaubstage bereits anders verplant. Ich beendete den Dialog nach mehreren Kurzmitteilungen mit „Aber bring mir Kaffee mit!“ Ich wollte erst „und Weihrauch“ hinzufügen, habe es aber lieber gelassen. Auf der EXPO 2000 in Hannover habe ich äthiopischem Weihrauch erstanden und seine Wirkung beim Abbrennen/Abräuchern einige Tage später getestet: Obwohl gelernte Katholikin, die mit den Eltern immer recht weit vorne in der Kirche sitzen musste, war ich über die Wirkung sehr erstaunt, um nicht zu sagen: absolut high!

Und daher stand ich vorhin lachend vor der Postfiliale und schnupperte an meinem Kaffeepäckchen. Schnell packte ich es in die mitgebrachte Tasche und verließ beschwingt den Ort des Geschehens.

Das Päckchen ist sehr hübsch bunt mit farbigen Abbildungen, die auch beschriftet sind, versehen, leider bin ich des Äthiopischen gar nicht mächtig, sogar die Schriftzeichen sind fremd, aber das macht nichts: ich werde das Päckchen ganz vorsichtig auftrennen und mir für die farbenfreudige Verpackung etwas ausdenken, sie vielleicht irgendwie in den Wandkästchen meiner Lieblingstassen über der Espressomaschine verarbeiten.

Achja: von der freundlichen Dame an der Paketausgabe habe ich mir ein Kärtchen mit der so genannten Service-Nummer von DHL geben lassen, damit ich mich beschweren kann. Auch das habe ich nach der Rückkehr nach Hause getan, zu 14ct pro Minute, gedauert hat es knapp 5 min, sprich: 70 ct hat mich der Spaß gekostet. Nett war sie schon, die Dame aus dem Callcenter, aber ob es was bringt??

Egal, nun koche ich mir erst einmal einen äthiopischen Kaffee, den habe ich mir verdient!


13 Antworten to “Trari-trara, zweiter Teil”


  1. 20. Januar 2010 um 16:35

    Lass ihn dir gut schmecken, den abessinischen Kaffee. Das Amharische bedient sich, so habe ich eben nachgeschaut, einer Silbenschrift, die Zeichen findest du bei Wikipedia. Also, nichts wie ran ans Büffeln, das passende Getränk hast du ja schon ;-)

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  2. 2 richensa
    20. Januar 2010 um 23:40

    Aber dann weiß ich doch immer noch nicht, was die mühevoll erstellte Umschrift bedeutet…
    Da muss ich wohl mit der leergetrunkenen Hülle nach Äthiopiern suchen, die mir die Beschriftung übersetzen ;-)

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    • 21. Januar 2010 um 03:55

      Du findest sie in Berlin in einem ganz besonderen Restaurant, dem Bejte Ethiopia in Schöneberg.
      Jeden Abend um 20 Uhr wird eine Kaffeezeremonie abgehalten.
      http://www.bejte-ethiopia.de

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      • 4 richensa
        24. Januar 2010 um 15:16

        Habe davon schon gehört, eine Teilnahme würde mich echt interessieren.
        Vielleicht frage ich den Versender des Päckchens mal, ob er Lust darauf hat?
        In seiner unnachahmlich-ehrlich-uncharmanten Art hat er mich schon vor dem Öffnen des Kaffeepäckchens gewarnt: „z.T. verkohlte u rohe Bohnen, leichter Fischgeruch, ein Spiegelbild des Landes“… Da ich derzeit noch wirklich leckeren Kaffee im Anbruch habe, habe ich das Päckchen erstmal in die Tiefkühle gelegt, zur Zwischenlagerung…

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      • 5 uleuno
        24. Januar 2010 um 18:56

        immer noch besser als die von Affen oder Buschkatzen oder was für Tieren auch immer verdaute Kaffe-Spezialität!

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  3. 6 SoedraFinnoe
    23. Januar 2010 um 21:25

    Ich hatte bei einem Libanesen mal einen arabischen Kaffe getrunken, da war Kardamom drin und er war sehr süß. Wenn du mal wach bleiben willst, dann trinke so einen. Er hat mir geschmeckt und trank zwei davon und hatte eine schöne wache Nacht :-).

    Hat dir denn der Kaffee geschmeckt?

    Liebe Grüße Soe…

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    • 7 richensa
      24. Januar 2010 um 15:18

      Tja, hier im Städtchen bekommt man allerorten guten Kaffee zu trinken, jedweder Zubereitungsart und Qualität.
      Den mir zugedachten habe ich noch nicht probiert: s.o.

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  4. 24. Januar 2010 um 22:43

    Von wegen Fischgeschmack ! Ich hab mal Waldkaffee aus Äthiopien getrunken. Der war zwar ziemlich teuer, aber großartig im Geschmack.

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    • 9 richensa
      24. Januar 2010 um 23:03

      Gehört habe ich davon schon, aber noch nicht probiert.
      Um den Geschmack ging es noch gar nicht, es wurde nur vor „Fischgeruch“ gewarnt, ich berichte von dem Geschmackstest des Kaffees in meiner Tiefkühle, wenn es soweit ist.

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      • 25. Januar 2010 um 15:32

        Zwischen Schmecken und Riechen ist kein so großer Unterschied, weswegen in einigen süddeutschen Sprachen das Wort „riechen“ gar nicht verwendet wird. Außerdem, finde ich, brauchst du zum Schmecken nicht in deine TK-Truhe ;-)

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      • 11 richensa
        26. Januar 2010 um 18:39

        Stimmt… in meinem TK-Schränkchen war es heute morgen wärmer als draußen! ;-)

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  5. 19. Februar 2010 um 20:42

    Hallo Richensa!
    Den Besuch von unterwegs-in-brandenburg wollte ich doch gleich mit einem neugierigen Gegenbesuch als Kommentator erwidern.

    Die Kategorienbezeichnung „elegische Landpartien“ gefällt mir.
    Hier scheint mir auch ein Blick auf die kleinen Details, die sonst gerne übersehen werden, im Vordergrund zu stehen.

    Herzliche Grüße,

    Ralf

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    • 13 richensa
      20. Februar 2010 um 12:44

      Lieber Ralf,

      meine „elegischen Landpartien“ sind oft gleich „brandenburgische Landpartien“, da ich sehr viel im Land unterwegs bin. Oftmals beschreibe ich die Orte, die ich eher zufällig finde, die man auch unter „lost places“ fassen kann, Orte, die verschwinden. Da ich demnächst in der Nähe von Altgliezen bin und mich an die Ziegelei erinnern konnte, die ich aber beim letzten Besuch der Gegend nicht besuchen konnte, musste ich mich per google noch einmal versichern, dass es jene ist. Und so bin ich auf die „unterwegs-in-Brandenburg“-Seite gestoßen.
      Auf fruchtbare Gegenbesuche ;-)
      Herzliche Grüße zurück
      Richensa

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