Archiv für 13. Juli 2009

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Klein Köris – das Germanendorf

(13.07.2008) Am Sonnabend, den 12. Juli war es wieder soweit: der Verein, der das Freilichtmuseum “Germanische Siedlung Köris” trägt, veranstaltete wieder das jährliche Fest mit etwas “Reenactment”, Kulinarischem und viel Informationen rund um die Germanen von Klein Köris. Und es wächst langsam, aber stetig, das Dorf: das Haupthaus des Gehöftes gewinnt weiter an Form, so sind die Wandbretter inzwischen mit einem Gemisch aus Lehm und Stroh winddicht verschmiert, das Dach hat nun genügend Sparren, dass demnächst das schwere Schilfdach auch gehalten wird. Die Schmiede hat nun auch Seitenwände und der Glasofen für die Perlenmacherei steht nun ein paar Meter weiter. Auch die Backöfen haben eine Überdachung bekommen und taten ihren Dienst. Christines Brot war ganz hervorragend, eine rösche Kruste und ein wunderbarer Geschmack, fast eine Lokalreportage des Bäckerhandwerks wert! Probiert habe ich auch den Pudding aus Eichelmus mit Honig, der war sehr schmackhaft-nussig, nicht zu süß. Etwas arg altertümlich war der Dinkelbrei mit Mohnsoße! Die Germanin, die uns probieren ließ, war nicht davon zu überzeugen, dass Mohn leicht geröstet und angequetscht werden muss, damit das mohnige Aroma richtig “rüberkommt”. Mir war ja klar, dass die Germanen keine Mohnmühle haben, aber sowas kann man auch mit einem Mörser erledigen. Ganz schön unbelehrbar, diese Germanen!! Aber schön war’s ja doch wieder! Da freue ich mich doch schon auf’s nächste Jahr… (08.07.2007) Klein Köris ist ein Dorf in den Weiten Brandenburgs, irgendwo südlich von Berlin, am Rande des Naturparks Dahme-Heideseen. Viel ist heute nicht los, aber gestern tat sich einiges am Dorfrand. Auf dem offenen Feuer brodelte der Hirsebrei, später der Eintopf, gewebt wurde, natürlich auch vor sich hingesponnen. Es schien fast, als seien die ehemaligen Bewohner des Dorfes, dessen Reste bis 1971 von Sand überdeckt waren, von einem kurzen Spaziergang außer Sichtweise unserer Augen wieder erschienen. An einem kleinen Ofen saß eine Frau und fertigte Glasperlen, so bunt wie der Regenbogen, der sich am Waldrand nach dem heftigen Schauer in der Sonne zum Trocknen ausbreitete. Ein paar Schritte weiter wurde aus einem Geweih eine Hacke zugearbeitet. Und in dem kleinen dunklen Grubenhaus stand die Weberin am Webstuhl, leise klickten die Gewichte am Ende des Kettfadens aneinander, während sie das Fach wechselte. Außerhalb des Hauses saß der Knochenschnitzer und bearbeitete Knochen und Horn für Nähnadeln, Webbrettchen und Kämme. Mit einem kurzen Blinzeln in die Sonne waren wir wieder im Jahr 2007 angekommen. Es ist “nur” Sommerfest im archäologischen Freilichtmuseum in Klein Köris! Zwischen 1971 und 1995 wurden große Teile des Dorfes ausgegraben, überwiegend von freiwilligen, manchmal sehr jungen Mitgräbern, die hier auch einen Teil ihrer wertvollen Schulferien verbrachten. Der ehemalige Grabungsleiter ist immer noch zu den Festen, aber auch zu Führungen dabei, gestern in germanischer Tracht, wie auch viele weitere Mitglieder des Vereins, der sich ausschließlich über Spenden und freiwillige Mitarbeit trägt. Lagerfeuer gab’s gestern leider nicht mehr, das Holz war zu feucht geworden, der Abend zu feuchtkalt und auch die Germanen von Klein Köris wollten gestern auch irgendwann nach Hause, in Zivil und in Jeans. Aber schön war’s!




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