12
Nov
08

Wien, mein Naschmarkt

Das erste Mal war ich vor etwa fünf Jahren hier, damals mit meiner Freundin Gabi, die mich hierhin geführt hat. Sie kennt mich ja und wusste, dass ich von dem Marktgeschehen begeistert sein würde. Auch damals war es schon November und mitten in der Woche relativ leer. Relativ! Mein nächster Besuch war im Frühsommer 2005, an einem Samstag. Himmelpotzblitz! Da war es nun relativ voll. Zwischen Menschentrauben wurden wir durch die Gänge geschoben, dennoch konnte ich kaum genug bekommen von den Gerüchen, den Anblicken von Erdbeeren und Spargel, frischen Kräutern und getrockneten Gewürzen. Am Ende der Marktgassen mit den festen Marktbuden gab es noch den Bauernmarkt und dann noch einen Flohmarkt.
Virtueller Overkill!
Der optische Speicher in meinen Gehirn lief über!

Anfang November 2007 hatte ich dann meinen dritten Besuch auf dem Naschmarkt, wieder mit Gabi, dieses Mal mit einer weiteren Freundin, die den Markt noch nicht kannte.
Wieder war es relativ leer.
Gabi erzählte uns, dass der Name des Marktes weniger mit den Naschereien, den feilgebotenen Köstlichkeiten zu tun hat, sondern mit den hölzernen Behältnissen (“Asch” – Esche) für die Milch, die einstmals hier verkauft wurde. Das N vor Asch wanderte offensichtlich erst später ein. “Naschmarkt” heisst es aber schon seit dem 19. Jahrhundert.
Und was gibt es hier für Naschereien! Die Augen wissen gar nicht, wo sie zuerst schauen sollen, die Nase kommt kaum hinterher, die Zunge benetzt sich deutlich mit Spucke, will kosten, probieren, schnabulieren.
Verkäufer bieten getrocknetes Obst zum Verkosten an, kleine Knabbereien verführen auch uns zum Kauf. Schlendern und Schauen!
Dann kam aber wirklich großes Theater: Die Wettergötter meinten es nicht gut an jenem Donnerstag vor zwei Wochen! Sie schickten Sturmwind und Starkregen, die Gesellen, die uns drei durch die Gänge scheuchten, und uns an Schweinsköpfen, Schwarzrettich und Kürbissen vorbei schoben. Flatternde Markisen lärmten Beifall dazu, als wir uns Richtung U-Bahn mit verbogenen Taschenregenschirmen ins Trockene flüchteten.
Keine Bange, Naschmarkt, ich komm wieder, ich soll ja noch das Mangalitzer Wollschwein finden!

Und wieder war ich da, letzten Donnerstag, wieder November, nur ein Jahr später, 2008. Was für ein Kontrast zum letzten Jahr!
Es war sonnig, warm, so gar nicht novembrig. Leider habe ich auch dieses Mal kein Wollschwein gefunden, dem war es bestimmt auch zu warm dort. Wir saßen zu dritt zu einem Kaffee in einer der Kaffeebars und genossen die Wärme. Genuss pur!

Adresse: Wienzeile, 1040 Wien
Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.oo – 18.oo h, Sa 8.oo – 17.oo h

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4 Responses to “Wien, mein Naschmarkt”


  1. 25. Oktober 2011 um 17:05

    Deine Liebe zum Naschmarkt gefällt mir! Ich arbeite nebenbei seit Jahren bei der „Naschmarktzeitung“ und betreibe eine eigene Website zu diesem Thema http://www.meinnaschmarkt.at Wenn Du und Deine Freundin wieder in Wien am Naschmarkt unterwegs seid, meldet Euch – ich mache gerne eine kostenlose Führung durch den Markt und lade Euch auf einen Drink ein, meine mail-adresse findest Du auf der oben genannten Website,
    liebe Grüße aus Wien, bussal Christian

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    • 2 richensa
      25. Oktober 2011 um 17:53

      Danke Christian, es könnte dann nächstes Jahr im September was werden ;-)

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      • 6. November 2011 um 09:47

        Freut mich sehr – ich kann auch (wenn es Eure Zeit zulässt) den Frühling empfehlen, ab Ende März
        kann man sicherlich schon in den „Schanigärten“ das Treiben am Naschmarkt geniessen.
        Meldet Euch einfach, liebe Grüße – Frohe Weihnachten und ein kollosales Jahr 2012,
        liebe Grüße aus Wien
        Christian

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    • 4 richensa
      6. November 2011 um 13:48

      Auch wenn der März schon verlockend sein könnte, bleibt’s bei September ;-)

      Dir auch eine gute Zeit, bis du uns eventuell treffen kannst… Herzliche Grüße aus Berlin!

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