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Saint Charles Alimentary

Auf geheimen Wegen, geleitet von Einer, die um die Geheimnisse Wiens weiß, gelangten wir an einem strahlenden Donnerstag mittag hierhin. Irgendwo im Nirgendwo zwischen Naschmarkt und Mariahilf-Shopping liegt das Kleinod des Slow-food der besonderen Art.
Die Geheimnisträgerin hatte uns von einem geheimen Wurzelsud berichtet, der seit Jahren auf dem Herd bei kleiner Flamme köchelt, gewürzt nur mit den besten Wurzelgemüsen, die die Köchin selber anbaut oder sammelt. Somit entstünde eine Art Zaubertrank, der etwas von der Energie des Miraculixigen Getränk habe.
Nun war ich sehr gespannt und wollte sehr gerne kosten! Die Geheimnisträgerin reservierte für uns einen Tisch im “Alimentary”. Von der Straße aus kommt man kaum auf die Idee, hier essen zu können, es sieht auf den ersten Blick eher wie eine kleine Galerie aus, die die schmale Fensterfront etwas herbstlich dekoriert hat. Tritt man durch die Glastür, steht man auch bereits unmittelbar im Gastraum: zwei Holztische mitsamt zugehörigen Bänken bieten für maximal sechs Gäste Platz.
Wir werden von einer jungen Frau mit Wollmütze begrüßt, die, wie sich herausstellt, die Köchin ist. Gekocht wird nur, was selber gesammelt oder von ausgesuchten Bio-Lieferanten angeboten. So bietet uns Vanessa Guertler eine Art Hamburger an, der mit einem Confit aus roten Zwiebeln, gebackenen Minikürbisspalten und gedünstetem Chicoree serviert wird. Statt Brötchen gibt es Dinkelpfannkuchen, um schmackhaftes Rindfleisch und knackigen Salat zu umhüllen.
Der sagenhafte Wurzelsud hat mich allerdings nicht vollständig überzeugt, er war möglicherweise noch keine kompletten zwei Jahre geköchelt. Das Aroma von Möhren und Pastinaken kam zwar gut heraus, aber war noch etwas schwächlich. Gewürzt wurde mit handgemahlenem “Bergkern aus Bad Ischgl”, Steinsalz.
Als Dessert servierte die Köchin selbst gebackene Anis-/Fenchelkekse, die aber wieder überirdisch gut waren.
Auf das Angebot, die angebotenen Kräuterelexiere auf Alkoholbasis zu verkosten, haben wir verzichtet, denn das Essen war so gut, dass es keinen “Schwedenbitter” brauchte.

Gumpendorfer Straße 33, 6. Bezirk, 1060 Wien
+43 676 5861365
http://www.saint.info/index.php?root_…

Öffnungszeiten:
Reservierungen, auch für Abends per Tel

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