20
Jul
08

Knorr machte keine Suppenwürfel!

Diese kleine Friedrichshainer Seitenstraße wurde nicht nach den sattsam bekannten Tütensoßen benannt, sondern verdankt ihren Namen Georg Knorr, dem Erfinder von Bremssystemen für Eisenbahnen, die die bislang üblichen, mechanischen Bremsen ersetzten. Die Firma gibt es heute noch.
Zurück zur Knorrpromenade. Geht man die Wühlischstraße entlang, steht man auf einmal an einer unerwartet seltsamen Toranlage. Die Pfeiler, von dekorativen Vasen gekrönt, mit separaten Fußgängerpforten grenzen das Sträßchen gegenüber das quirlige Umfeld ab. Fühlt sich etwas „downing-street“-mäßig an, diese großbürgerliche Idylle im proletarischen Friedrichshain. Hier finden sich kleine Vorgärtchen, die Häuser zeigen säulengeschmückte Balkone und Loggien. Auch die Wohnungen scheinen, soweit sich das über die Aufteilungen an den Fassaden erkennen lässt, größer als sonst geschnitten zu sein. Die Planungen des Architekten Willy Wilutzky reichen in das Jahr 1911 zurück, derzeit wird viel renoviert, die meisten Häuser strahlen schon wieder im alten Glanz.
Diese „Insel der glückseligen Großbürger“ verlässt man, am besten nach einem Besuch bei „Kaspar + Hauser“, wieder durch das Tor und muss aufpassen, dass man nicht vor die Straßenbahn gerät, die dann kreischend von den technischen Nachfahren der Knorr-Bremsen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts gebremst wird.

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