20
Jun
08

Fürstenberger Weiß

“Fürstenberger Porzellan”, das bedeutete bis vor wenigen Jahren nur Bedarf für den gehobenen Haushalt, deren Mitglieder vorzugsweise jenseits der 50 waren. Hier noch ein weißes Porzellanpferd auf der Anrichte, dort ein Döschen mit Blumendekor auf der Dame Schreibtisch mit ein paar Pralinchen zur geistigen Unterstützung bei der Verfassung von Einladungen. Und für das Sonntagsmahl wurde natürlich auch das gute Porzellan aufgedeckt. “Grandma’s Finest” halt. Aber seit etwa 15 Jahren weht eine frische Brise durch die ehrwürdigen Manufakturgebäude! Natürlich bekommt man auch heute noch die alten Formen und Dekore nach, natürlich wird auch heute die Handarbeit groß geschrieben, aber auch schlichtes, edles Design, fast skandinavisch anmutendendes, findet sich endlich im Sortiment. Denn neben den “guten alten Kunden” sollten und mussten auch neue, junge Käufer gewonnen werden, damit die Traditionsmarke aus dem Weserbergland nach 260 Jahren weiter bestehen konnte. Und so bekommt das Fürstenberger Porzellan seit einigen Jahren auch wieder Preise für innovatives Design, gut so!
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Nur wenig bekannt ist, dass die Porzellanmanufaktur die zweitälteste, die, neben Meißen bis heute produziert. Sie wurde von den Herzog Carl I. von Braunschweig 1747 gegründet und in der Nähe seines weitab von aller Welt liegenden Jagdschlosses oberhalb der Weser untergebracht. Denn damals war die Produktion des “weißen Goldes” noch so etwas wie ein Staatsgeheimnis, welches es vor der Konkurrenz zu bewahren galt.

Ein paar Stunden sollte man durchaus einplanen, wenn man einen Gang durch das Museum, welches im Hauptgebäude des ehemaligen Schlosses eingerichtet wurde. Zusammen mit der Hinwendung zu modernerem Design der Marke Fürstenberg erlebte auch das Museum eine Verjüngung, verbunden mit einer guten wissenschaftlichen Betreuung.
Besonderes Augenmerk sollte man dem “Treppenhaus” des Renaissancebaus widmen, es ist der mittelalterliche Rest der Vorgängeranlage, der Burg der welfischen Herzöge aus dem 14. Jahrhundert, sehr gut erhalten.
So ist ein Nachmittag in Fürstenberg eine echte Zeitreise, vom mittelalterlichen Palas bis hin zum zukünftigen Designklassiker.

Meinbrexener Straße 2,
37699 Fürstenberg
+49 52 71401-161
http://www.fuerstenberg-porzellan.com

Öffnungszeiten des Museums: Di-So 10.00 bis 17.00 Uhr, montags geschlossen, geänderte Öffnungszeiten im Winter,
Eintritt Erwachsene 5 Euro, vielfältige Familien-, Gruppen-, Schülertarife am besten auf der Website nachschauen.

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