Archiv für Oktober 2007

26
Okt
07

Kegeln in Kröllwitz

Als ich Sachsen-Anhalt arbeitete, kamen mir bald die Geschichten zu Ohren, die sich um das legendäre „Ämtchenkegeln“ rankten. Ich wurde neugierig und hätte es schrecklich gerne auch probiert, wobei ich schon vorweg schicken muss, dass ich im zarten Alter von etwa zwölf Jahren das erste und einzige Mal gekegelt hatte, nämlich als Karen Behrens zum Geburtstag nicht in die Backstube des Vaters einlud, sondern schon sehr erwachsen zum Kegeln bei Jüppi auf der Kegelbahn.
Erst als wir die sagenumwobene Abschiedsparty unseres Projektes feierten, traute ich mich nach dem Genuss von ein bis zwei alkoholischen Getränken, den „Meister der Kuller“, den Organisator dieser Geheimtreffen zu fragen, ob ich einmal als Gast teilnehmen dürfe. Bald gab es eine e-Mail mit der Verkündung von Ort und Zeit des Treffpunktes und ich fuhr hin, irgendwo im Hallensischen Ortsteil Kröllwitz, hinter einem Sportplatz, dunkel war’s auch.
Es ist nicht einfach, diesen Ort in die Bewertungskriterien von Gastrokritikern zu drücken, soviel vorweg. Und ich bin mir ganz sicher, dass er es niemals in irgendeine dieser Hochglanzblätter über Gourmettempel schafft. Dennoch: Das Bier ist günstig, die Apfelsaftschorle auch, die Küche ziemlich frittierlastig. Der Wirt ist locker drauf, meistens zumindest. Die Kneipe liegt direkt neben dem Sportplatz, etwas versteckt und scheint irgendwie aus dem Gerätehäuschen hervorgegangen zu sein, an das im Laufe der Jahre immer noch irgendwie was drangebaut wurde und zum Schluss alles einen weißen Anstrich von außen bekam.
Drinnen sitzen die Stammgäste entweder an der Theke oder an einem der wackeligen Tische und trinken ihr Bier und dann noch eins.
Und nun kommen meine gefühlten dazu: wenn wir da kegeln gehen! Die Kegelbahn ist auch nix besonderes, zwei Bahnen, davor, fast als Hinterstübchen ein Raum für die Kegelanten, der mit einem altertümlichen Eisenofen beheizt werden kann. Und da man den nicht wirklich regulieren kann, hat man die Wahl, sich zu überhitzen oder man kann die Fenster öffnen und dann wird’s schnell kalt. Aber egal, man ist ja zum Kegeln hier.
Während der Wintermonate, außerhalb der Biergartensaison, trifft sich hier ein komischer, toller Haufen meiner ehemaligen Kollegn hier. Zum Kegeln, wobei das an sich schon ein Witz ist, wenn man unsere Trefferquote, über die ich mich hier wortreich ausschweige, anschaut. Aber darum geht’s ja gar nicht, sondern nur, dass man viel Spaß hat und einen tollen Abend mit Wutausbrüchen, dummen Sprüchen, viel Gelächter und manchmal auch spitzen Jubelschreien verbringt.
An diesen Abenden möchte ich nirgendwo anders auf der Welt sein… und dafür gefühlte FÜNF Sterne.. oder Punkte….

Nachtrag: 29.11.07
Gestern abend war es mal wieder soweit. Vier Runden à 100 Wurf haben wir geschafft und dann der Schock: die Betreiber von „Otto’s Sportsbar“ wollen wohl nicht mehr. Ob im Januar unser Termin der letzte sein wird an diesem wunderbar exotischen Ort?

Und noch ein Nachtrag vom Herbst 2008:
Es gibt einen neuen Pächter, der mitsamt seiner Freundin den Laden schmeißt, im Wirtsraum vorne wurden ein paar neue Stühle und Tische angeschafft, ansonsten ist alles so geblieben wie vorher bei Otto auch.
Und das ist gut so!




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