Was bleibt übrig? – Gedanken um Friedrichshain

12. Juli 2009 von richensa

Friedrichshain, Simon-Dach-Kiez. Da wohne ich. Ich habe mir vor einigen Jahren diese Gegend deswegen ausgesucht, weil ich als Noch-nicht-Berlinerin einen Stadtplan vor mir liegen hatte, auf dem die großen Straßen gen Süden, Den Rest des Beitrags lesen »

Fenster zum Hof

10. Juli 2009 von richensa

Wo immer ich meinen Hut hinlege, da bin ich zuhause… Dazu habe ich schon einmal hier ein paar Worte geschrieben. Nun kommen noch ein paar zu meiner persönlichen Hutablage dazu: ich wohne in einem dieser typischen Berliner Mietshäuser, die ein Vorderhaus, einen Seitenflügel und ein Hinterhaus haben. Und dazwischen liegt der mehr oder weniger nette Hof oder eventuell auch gleich mehrere hintereinander, was ursächlich mit der Zahl der Seitenflügel und Hinterhäuser zu tun hat. Kurz und gut: mein Hof ist nett, auf dem unsere Nachbarin Heidi ihre Herrschergelüste verwirklicht, denn eigentlich darf niemand außer ihr selber etwas in den Hofbeeten anpflanzen. Mein zaghafter Versuch mit ein paar Erdbeerpflanzen wurde verbal freundlich, danach praktisch gärtnerisch niedergemacht, aber ich wusste damals noch nicht um ihre Hoheitsrechte. Immerhin sorgen zwei pechschwarze Hofkatzen hoheitsvoll für die Rattenfreiheit.

Das Nachbarhaus ist eines der wenigen hier in der Ecke, die noch nicht renoviert, saniert und teuer wiedervermietet oder gar eigentumsbildend verkauft wurden. Mein Fenster vom Hof geht von der Küche aus und bietet fast so etwas wie einen Logenplatz, denn vom 4. Stock kann man gut in alle Fenster schauen. Wem das nicht recht ist, dass der Nachbar schaut, hängt Blickdichtes hin.

Seit genau 10 18 34 Tage lang fesselet etwas ganz ungemein meine Aufmerksamkeit:

Fenster zum Hof_01

06.07.09: Hemden, rumhängend

Nun ja, es sind vier weiße Hemden, die gebügelt im offenen Fenster hängen. An sich wäre das nicht ungewöhnlich, wenn sie genau so nicht schon seit zehn Tagen dort hingen! Tag und Nacht, bei Regen und Sonne, seit 10 Tagen.

Das eine ist sogar eines mit Knopflöchern für Manschettenknöpfe, es hängt auf einem hölzernen Kleiderbügel (Stöckchen für Lakritze!).

Fenster zum Hof_07

08.07.09: Hemden, bei leichter Sonne rumhängend

Was ist bloß mit dem Hemdenträger passiert oder mit der BüglerIn?

Also, er oder sie könnte unvermutet im Lotto gewonnen haben und zwar so viel, dass er oder sie spontan beschlossen hat, alles (also das ganze Leben & Berlin) hinter sich zu lassen, fürderhin nur noch ungebügelte Kokosnussschalen und Baströckchen resp. Eisbärenfelljacke über Seehundfellhosen zu tragen.  Das wäre die für den/die sonstigen BüglerIn angenehmste Geschichte.

Als Variante könnte man sich vorstellen, dass er oder sie beschlossen hat, nie mehr zu bügeln und so dem Protest eine sichtbare Note verleiht: „Seht her, ich kann bügeln! Aber ich werde es nie wieder tun!“

Nun kommen die unangenehmeren:

Er/Sie hat sich am Bügeleisen verbrannt, ab in die Notaufnahme und dort seit 10 Tagen => unwahrscheinlich, so lange bleibt man mit einer bügeleisenförmigen Brandwunde nicht im Krankenhaus.

Er/Sie wurde vom Hemdenträger umgebracht, weil das letzte Hemd nicht schön genug gebügelt war. Wenn dem so war, kann das Mordopfer nicht in der Wohnung liegen, sonst wären schon, (verzeiht, es ist ekelig) große schwarze Vögel da, die sich am Leichnam laben würden und kleine Krabbeltiere. Letztere sehe ich natürlich nicht von meinem Küchenfenster.

Was wohl passiert ist? Bin ich zu neugierig??

Gerade regnet es wieder, das Fenster steht offen, leise blähen sich die Hemden im Wind……

Fenster zum Hof_03

10.07.09: Hemden, bei Regenschauer rumhängend, ca. 13 Uhr.

11.07.09: Hemden in der Dämmerung, ca. 21.39 Uhr

11.07.09: Hemden, in der Dämmerung rumhängend, ca. 21.39 Uhr

Neuigkeiten am Fenster: Und wieder sind ein paar Tage vergangen, aber heute scheint Bewegung in die Sache zu kommen, nein, nicht in die weißen Hemden. Die hängen weiter wortlos herum, aber sie haben kurzzeitig Gesellschaft gehabt.

15.7.09: Gemeinsam rumhängen, nun auch in roter Gesellschaft

15.7.09: Gemeinsam rumhängen, nun auch in roter Gesellschaft (s. links)

Es ist Freitag abend, nach dem Gewitter ist es wieder ruhig im Hof geworden, aus einem Fenster schallt vielstimmig eine der wunderbaren Damen-Combos der 1960er Jahre, ein Sommerabend…

17.07.09: Hemden, im Fastdunklen herumhängend, leise zur Musik mit dem linken Ärmel wackelnd.

17.07.09: Hemden, im Fastdunklen herumhängend, leise zur Musik mit dem linken Ärmel wackelnd.

Heute morgen, als ich aufstand, hingen die Hemden noch so, wie ich sie heute nacht, als ich gen Schlafstatt strebte, im schalen Schein der Berliner Nacht gesehen hatte. Zugegebenermaßen habe ich nicht soviel Zeit wie eine echte Miss Marple, die diese 19 Tage lang auf der Lauer gelegen hätte, um den genauen Zeitpunkt nicht zu verpassen, an dem die Hemden sich endlich bewegen. So war ich ganz erschrocken, als mein Besuch die Veränderung am Fenster gegenüber bemerkte, die ich versäumt hatte.

19.07.09: Hemden, nach Platzwechsel erneut rumhängend

19.07.09: Hemden, nach Platzwechsel erneut rumhängend

Ein Teil der Hemden scheint nun in Gebrauch zu sein, der Besitzer scheint wieder aufgetaucht. Er kam in grauer Jogginghose, hinterließ diese auf dem Fensterbrett und muss wohl in das Manschettenknopfhemd geschlüpft sein. Ich hoffe natürlich, dass er auch ein adäquates Beinkleid dazu trägt.

Mal schauen, wie lange die Jogginghose im Fenster rumliegt.

23.07.09: Hemd hängt rum, Jogginghose hängt ab.

23.07.09: Hemd hängt rum, Jogginghose hängt ab.

23.07.09: Hemd hängt rum, Jogginghose liegt rum im Abendlicht

23.07.09: Hemd hängt rum, Jogginghose liegt rum im Abendlicht.

Und wieder senkt sich der Abend über den Hof, alles hängt und liegt an Ort und Stelle.

26.07.09: zwei Hemden hängen noch, die Jogginghose liegt auch noch rum.

26.07.09: zwei Hemden hängen noch, die Jogginghose liegt auch noch rum.

Heute ist der 4. August und ich habe beschlossen, die öffentliche Fensterbeobachtung einzustellen, denn die weißen Hemden und auch die Jogginghose sind endlich in’s Innere der Wohnung zurück gekehrt. Als ich heute morgen den noch schlaftrunkenen Blick über den Hof schweifen ließ, sah ich es:

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04.08.2009: keine weißen Hemden mehr, die rumhängen

Die langwierigen Untersuchungen, nächtlichen Beschattung der weißen Hemden haben ein Ergebnis erbracht: ihr Mensch scheint ein unorthodoxes Lüftungsverhalten und ein offensichtlich ein Platzproblem (resp. keinen Schrank) zu haben. Kein Mord, keine Geheimnisse um die Hemden. Schade eigentlich!

Elefantös!

6. Juli 2009 von richensa

Gerade habe ich etwas in Wassilys Weisheiten gestöbert und stolperte dort über ein schönes Bild. Zunächst dachte ich, dass er eine Reise in’s schöne Leipzig getan habe, aber nein, es gibt auch bei ihm um die Ecke offensichtlich Elefanten. Den Rest des Beitrags lesen »

Wo bleibt der Sommer?

25. Juni 2009 von richensa

Ein Rundgang über den Balkon… so richtig sommerlich sind grüne Tomaten noch nicht, oder?

Nachtrag am 10.07.09:

Beute vom Balkon:

eine Zucchino, drei weitere sind im Wachsen

eine Tomate, zwei weitere sind rot, eine noch unentschieden:

tomaten

Tomaten, gestern; die kleine ist heute etwas rötlicher

Neues Zuhause gesucht!

19. Juni 2009 von richensa

Eigentlich ist Anke an allem schuld, eine wirklich gute Freundin. Anke hatte letztes Jahr beschlossen, unser liebliches Deutschland zugunsten von Norwegen zu verlassen, zumindest zeitweise. Kurz und gut: der Umzug, der eigentlich ja keiner war, vollzog sich etwas… hmm… verteilend. Ein kleiner Teil, nämlich der, der in ihrem geliebten schwarzen GOLF Platz hatte, wanderte mit, der Rest nicht. Den Rest des Beitrags lesen »

Emily heisst eigentlich gar nicht Emily

10. Juni 2009 von richensa

Gestern abend war ich auf der Suche nach einem Parkplatz in meiner Straße, was zugegebenermaßen nach halb sieben abends schon fast an Kühnheit grenzt. Aber das Glück war mir in zweifacher Hinsicht hold: mein Auto und ich erspähten die Lücke in Hausnähe fast gleichzeitig. Zwei Wagenbreiten neben uns hingegen parkte so etwas wie ein Den Rest des Beitrags lesen »

Stöckchen, nein Kleiderbügel aufgefangen

7. Juni 2009 von richensa

Da las ich letztens in lakritzes normalverteilt etwas über Kleiderbügel, die guten alten hölzernen und nun habe ich die Gelegenheit aufgegriffen, beim Bügeln mal zu schauen, welche guten alten hölzernen bei mir noch rumhängen. Den Rest des Beitrags lesen »

Holla!

6. Juni 2009 von richensa

Und weil ich am Donnerstag nicht nur Blumen vor die Linse gezerrt habe, sondern auch mit einer handlichen Blumenschere ausgerüstet war, habe ich eine ganze Tüte voller Holunderblüten von meinem Streifzug am Rande einer kleinen Hügelkette bei Oderberg mitgebracht. Wichtig ist, dass man die frisch erblühten nimmt, die, die schon vor dem Verblühen sind, besser nicht, denn sie eignen sich nicht mehr so gut für Holunderblütensirup. Den Rest des Beitrags lesen »

Lasst Blumen sprechen…

5. Juni 2009 von richensa

Blumen

Auf dem Markt entdeckt: die „Bergpartei“

30. Mai 2009 von richensa

Bei meinem samstäglichen Marktgang entdeckte mein nicht so sehr auf gut riechende Erdbeeren, Spargel und Grünzeug fixierter Begleiter heute morgen zwei Plakate: Den Rest des Beitrags lesen »