Archiv der Kategorie 'kulinarisches & küchengeschichten'

12
Mai
12

Leicht lila

Wenn im Frühjahr alles grünt und blüht, ist die Zeit gekommen, mit den verschiedenen Blüten wohlschmeckende Sirups herzustellen. Bislang habe ich mich ja nur an den Holunderblüten versucht, durch my gardener’s table inspiriert, habe ich mir einen Arm voll der duftenden zwartlila Blüten besorgt. Eigentlich sollten es die dunkleren sein, aber die hellen taten es auch.

Fliederblüten

Fliederblüten

Fliedersirup

7 Fliederdolden, 1 unbehandelte Zitrone, 10 g Zitronensäure,

1 l Wasser, 750g Zucker.

Die Dolden säubern, kleine Bewohner der Blüten abschütteln und von diesen trennen.

Aus Wasser und Zucker unter gelegentlichem Rühren aufkochen lassen, bis der Zucker vollständig gelöst ist, abkühlen lassen, die Zitronensäure unterrühren.

In der Zwischenzeit die Fliederblüten von den Dolden zupfen, die abgewaschene Zitrone in dünne Scheiben schneiden.

Flieder und Zitrone

Fliederblüte und Zitrone

Blüten und Zitrone in ein hohes Gefäß mit Deckel geben und danach mit dem abgekühlten Zuckersirup übergießen und durchrühren. Die Mischung fünf Tage möglichst kühl stehen lassen, pro Tag  einmal durchrühren. Danach den Sirup abseihen, Blüten und Zitrone ordentlich abtropfen lassen, in saubere Flaschen abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Soll sich laut Rezept etwa vier Wochen halten, nachdem ich verkostet habe, bin ich skeptisch, dass ich dem Sirup so lange Zeit gebe, denn dazu schmeckt er zu gut. Süß, etwas zitronig und blumig.

Zartlila ist das Ergebnis..

30
Apr
12

Löwenzahn

Es ist Frühling und der Löwenzahn leuchtet gelb auf den Wiesen. Ich wusste zwar, dass man die Blüten auch in der Küche verwenden kann, hatte aber bislang keines ausprobiert. Bei My Gardener’s Table fand ich letztens Rezepte für Löwenzahnsirup, da ich aber demnächst Fliedersirup ausprobieren und Holunderblütensirup nachproduzieren werde, sollte es etwas anderes sein.

Und da eine Reise in meiner Tante Garten bevorstand, war ich sicher, dass es gar kein Problem sein würde, wirklich viele Blüten auf den Wiesen vorzufinden. Ich konnte nicht ahnen, dass meine Tante anlässlich ihres 84. Geburtstages den “Garten schön haben” wollte und sich vor dem Wochenende auf den großen Rasenmähertraktor geschwungen hatte und die Wiesen gemäht hatte. Stolz präsentierte sie mir die kurzgeschorene saftig grüne Pracht. Tja, ein paar gerupfte Blüten schauten noch missmutig zwischen den Grashalmen drein. Aber schon am nächsten Morgen gab es wieder genügend Blüten.

nachwachsender Rohstoff

schnell nachwachsender Rohstoff

Löwenzahn – Gelee

ca. 100 Löwenzahnblüten

500 ml Wasser

1 Zitrone

250 g Gelierzucker 2:1

Zunächst einmal die Blüten von kleinen Untermietern befreien. Dann vom Löwenzahn die grünen Blätter des Blütenstandes entfernen. Die gelben Blüten nun mit kaltem Wasser aufsetzen, aufkochen lassen und etwa 5 min köcheln lassen, abkühlen und etwa 1 Tag ruhen lassen. Abseihen, die Blüten ausdrücken und die verbliebene Flüssigkeit mit der entsprechenden Menge Gelierzucker und dem Saft einer Zitrone nach Packungsangabe zubereiten. Glühenheiss in die vorbereiteten Marmeladengläser füllen und abkühlen lassen.

Groß war die Menge ja nicht, schließlich wollte ich ja auch erstmal probieren.

Die Zitrone schmeckt deutlich im Gelee, es ist aber auch ein zarter, mir bislang unbekannter Blütengeschmackt dabei. Auf einem frischen Sonntagsstuten (aka süßes Weißbrot) mit Butter unwiderstehlich!

Foto folgt noch…

25
Apr
12

Geflügelsalat oder was vom Huhn übrigblieb

Am Wochenende trieb es mich in meinen alten Kiez auf den Markt am Boxhagener Platz. Ich hatte mir überlegt, ein paar Pflanzen für den noch nackten Balkon zu kaufen, etwas zu bummeln, einen Kaffee zu schlürfen und mal nach der ehemaligen Nachbarschaft zu schauen. Die Frage, was auf dem Speisezettel der nächsten Tage stehen sollte, konnte ich hier ebenfalls nachgehen und mich von den Angeboten inspirieren lassen. Zwei volle Taschen später stand ich mitsamt einem ordentlichen Hahnepampel (vulgo für Hähnchen) wieder zuhause und teilte das Geflügel rein gedanklich auf die nächsten Mahlzeiten auf. Griechisches Zitronenhuhn, Gemüsepfanne mit Reis und Huhn und Geflügelsalat aus den Resten.
Das Geflügel wanderte, mit Pfeffer und Salz gewürzt, mit zwei kleingeschnittenen Zitronen und fünf Knoblauchzehen im Bauch in den Ofen und harrte bei 200°C eine halbe Stunde und bei 150°C eine weitere Stunde aus, zum Schluss wurde es noch einmal unter den Grill geschoben und mit Salzwasser bepinselt schön übergebräunt.
So gab es abends die Brust, einen Tag später die beiden Keulen und der Rest wurde liebevoll von der Karkasse abgesammelt und für den Geflügelsalat beiseite gestellt.
Vor einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einer wohl schmeckenden Resteverwertung auf dieses Rezept gestoßen und habe es etwas abgeändert, diese Mal hatte ich alle Zutaten, bis auf tagesfrische Eier für die selbstgemachte Mayonnaise, im Haus.

Geflügelsalat mit Cranberries, Staudensellerie und Apfel

300 g Geflügelfleisch, vom Brathähnchen abgesammelt und klein geschnitten
150 g Staudensellerie, in feine Würfel geschnitten
3 Frühlingszwiebeln, fein geschnitten
100 g getrocknete Cranberries, fein gehackt
1 säuerlichen Apfel, ebenfalls gewürfelt
50 g Walnusskerne aus dem Tantengarten
150 g Mayonnaise (die Eier waren nicht mehr frisch genug, daher aus dem Glas)
50 g Joghurt
Salz, grüner Pfeffer, einige Spritzer Zitronensaft

Sehr einfaches Rezept, das Dressing wird aus Mayonnaise, Joghurt, einer guten Prise Salz, grünem Pfeffer und ca. 2 TL Zitronensaft gerührt und über die vorbereitenen Zutaten, die sich idealerweise gemeinsam in einer Schüssel befinden, gegossen. Gut durchrühren und am besten ein paar Stunden kühl stellen, damit der Salat gut durchziehen kann.

Schmeckt wunderbar zu frischem Brot und einem kühlen Kerner aus dem Frankenland und hat einen Staudensellerieverächter bekehrt!

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08
Apr
12

Osterzopf

So, fertig!
Und nun frohe Ostern!

Fertig!

Das ist er, der Hefezopf...

06
Apr
12

Ostervorbereitungen

Farbspiele in orange, grasgrün und richensarot

Ostern steht wieder vor der Tür und auch dieses Jahr gibt es zum Osterfrühstück einen Hefezopf. Und wieder sollen Eier als Hinguckerli auf dem Zopf liegen, wenn er dann auf dem Frühstückstisch steht.
Dazu habe ich heute schon mal die Eier vorbereitet, die natürlich nicht mitgebacken werden, sondern für die Vertiefungen drücke ich leere Eierschale in den Teig, die dürfen mit in den Ofen.

Als Osterhefezopfrezept probiere ich dieses Jahr folgendes:

1 kg Mehl, gemischt aus Dinkel- und feingriffigem Weizen-
500 ml handwarme Milch
70 g Zucker
20 g Hefe, (1/2 Würfel) (Teig muss mit auf die Reise, da hat er mehr Zeit zu gehen)
150 g zimmerwarme Butter
2 TL Salz
1 Ei
1 EL Zitronenschale
1 Ei, zum Bestreichen des Brotes
2 EL Hagelzucker

Alle Zutaten vorbereiten, Milch auf Handwärme erwärmen, Zucker darin auflösen, die Hefe hineinbröckeln und gut verrühren, damit man das Ganze mit Schwung an das Mehl in der Schüssel geben kann. Salz, Butter in Flöckchen und das Ei dazu geben und alles zu einem glatten Teig verkneten, etwa 10 min lang.
Die Teigschüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und mindestens zwei Stunden gehen lassen, bei mir wanderte der Teig in die Hefeteigtupperschüssel (das einzige Produkt der Firma in meinem Haushalt, vor langen Jahren geschenkt bekommen, ist aber wirklich gut!).
Vor dem Backen eine Backunterlage mit Mehl bestreuen und den gegangenen Hefeteig darauf geben und diesen nochmal durchkneten.
Dann teile ich ihn in drei gleiche Teile, rolle den Teig in längliche Stränge und flechte den Zopf, die Enden der Stränge werden nach umgeschlagen. Den Zopf diagonal auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech legen. Das nächste Ei sehr gut verquirlen und eine Prise Zucker und Salz zugeben, nach Wunsch noch mit Hagelzucker bestreuen. Dann dem Zopf noch einmal 30 min Gehzeit geben.
Wenn man dann bereit ist, zu backen, sollte der Ofen mit Ober- und Unterhitze auf 200°C geheizt werden, auf der mittleren Schiene des Ofens etwa 45 Minuten backen. Je nach Backofen kann man nach der Hälfte der Backzeit auf 180° herunterschalten.

Zum Osterfrühstück genießen, am besten, wenn er noch lauwarm ist, dann nur mit Butter bestreichen…

Zur Lektüre empfehle ich, damit es nicht zu harmonisch wird:

Fiese Ostern

30
Jan
12

Marmorkuchen mit Cranberries

Hach, so einen schönen Kuchen haben wir uns verdient, wir haben brav in der neuen Wohnung Farbe an die Wände gebracht. Und überdies sind wieder Teile des Küchenvorrats in den Kuchen gewandert, jedes Gramm, welches nicht von einer in die andere Wohnung getragen werden muss, zählt!

Und dann gab’s als Stärkung diesen

Schokoladen-Cranberry-Gugelhupf

220 g Butter, 170 g Zucker, 4 Eier, 370 g Mehl, 1 Pck. Backpulver, 1 EL Rum, 150 g geschmolzene Schokolade (dunkle), 125 ml Schlagsahne, 1 Glas Cranberries (Einwaage ca. 250 g), 2 EL Saft aus dem Glas.

Eier trennen, Eiweiß steif schlagen, zur Seite stellen. Butter und Zucker schaumig aufschlagen, die Eigelbe dazu geben, den Rum auch. Währendessen kann die Schokolade schon langsam über dem Wasserbad flüssig und die Sahne geschlagen werden. Das Mehl (bei mir eine Mischung aus Dinkelmehl und Weizenmehl Typ 550) wird mit dem Backpulver gemischt und abwechselnd mit der geschlagenen Sahne unterheben. Dann den Saft der abgetropften Cranberries und den Eischnee unterheben. Im Anschluss den Teig in zwei Hälften teilen, dem einen mit der geschmolzenen Schokolade vermengen, in den anderen die abgetropften Cranberries unterziehen.

Meine langgediente Gugelhupfform aus Steinzeug wurde liebevoll mit Butter eingefettet und etwas Mehl ausgestäubt (in Ermangelung des bereits verpackten Semmelmehls) und dann mit dem Teig gefüllt, zuerst unten den Schokoteig und oben den hellen, denn so mag ich es lieber und die Beeren rutschen nicht bis auf den Boden der Form durch. Beide Teige etwas mit einer Gabel vermengen, damit dieses Marmorkuchendesign entsteht. Und dann ab in den Ofen! Grundsätzlich sollte der Kuchen bei 180°C etwa eine Stunde in den Ofen, die Steinzeugform braucht etwas länger. Dafür schiebt man sie in den nicht vorgeheizten Ofen, denn bei Keramikformen ist das langsame Erhöhen der Temperatur sinnvoll. Zwar sollte eine Steinzeugform die 180°C allemale schultern, aber Vorsicht ist die Mutter der Keramikkiste! Die Stäbchenprobe hilft bei der Entscheidung, wann der Kuchen gar ist.

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Verspeist wurde größere Teile des Kuchens bei einem Picknick im zukünftigen Wohnzimmer, als Kuchenteller diente das mitgebrachte frische Tuch, dazu gab es ein Schlückchen Sekt und Tee. Hätte es Kakao gegeben, wäre der “Kindergeburtstag” fast perfekt gewesen!

02
Jan
12

Silvesterdessert mit Hagebutte

Eigentlich wollte ich keine Feier veranstalten, ich wollte das neue Jahr in Ruhe innerhalb der eigenen Wände verbringen. Es kam anders: schließlich hatte sich eine Runde von Acht um das Raclettegerät versammelt und genoss Käse, Kartoffeln und andere Leckereien. Und ein ordentliches Mahl möchte ja auch von einem Dessert gekrönt werden, zumindest bei mir.

Die Zutaten sind im Rezept für sechs Portionen angegeben, wir haben zu acht davon gegessen und ich befand die Menge durchaus für acht angemessen.

Also, die Zutaten:

6 Blatt weißer Gelantine, 400 ml Milch, 1 Vanilleschoten, 4 Eigelbe von sehr frischen Eiern (Größe M), 50 g Puderzucker, 200 g Hagebuttenmarmelade, 1 ungespritzte Orange (Schale und Saft), 2cl Orangenlikör, 500 g Schlagsahne, zartbittere Schokolade.

Zunächst die Gelantine in kaltem Wasser einweichen, die Vanilleschote vom Mark befreien und dasselbe mitsamt der Schoten zur Milch geben und beides zusammen kurz aufkochen, dann leicht abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Eier trennen, nur die Eigelbe werden weiterhin gebraucht. Die Eigelbe mit dem Puderzucker, 100 g Hagebuttenmarmelade und abgeriebener Orangenschale über dem Wasserbad aufschlagen, bis der Schaum dickflüssig wird. Die Schüssel in kaltes Wasser stellen, noch etwas weiter schlagen.

Die Vanilleschoten aus der Milch nehmen und die Milch-Vanille-Mischung langsam in die Eigelbmasse einrühren. Und alles abkühlen lassen. Die Gelantine nun ausdrücken, allmählich in die heiße Mischung einrühren und darin auflösen. Alles weiter abkühlen lassen, am besten etwa 20 min im Kühlschrank. Sahne steif schlagen und diese dann unter die langsam gelierende Masse ziehen.

Die Orange auspressen, zusammen mit den restlichen 100 g Hagebuttenmarmelade und 2 cl Orangenlikör leicht erwärmen und glatt rühren.

Die Hälfte der Mousse in acht Gläser füllen, dann ein paar Schokospäne darauf geben und dann die Hälfte der Marmeladen-Orangen-Mischung. Dann den Rest der Mousse auffüllen und die Oberfläche mit dem Rest der Hagebutten-Sauce verzieren.

Alles mehrere Stunden kalt stellen, zum Glück war es am Silvesternachmittag kühl genug, um die Gläser auf dem Balkon kalt zu stellen.

11
Dez
11

Butter-Zimt-Schnecken

Und noch ein wenig mehr Hüftgold! Schließlich kann man auf einem Bein schlecht stehen, wenn das Gold an nur einer Hüfte hängt….

Butter-Zimt-Schnecken

500g Mehl, 325g Butter, 125g Vollmilch-Joghurt, Salz, Mehl zum Ausrollen;
4 EL feinster Zucker, 1 EL Zimt/ Lebkuchengewürz, 50g Hagelzucker

Mehl in eine Schüssel sieben und in die Mitte eine Mulde drücken. Kalte Butter klein würfeln und zugeben. Joghurt und Salz in der Mulde verrühren und mit Mehl vermischen. Den Teig mit den Händen schnell zu einem glatten Teig verarbeiten, darauf achten, dass die Butterflöckchen gut aufgelöst sind. Die Hälfte des Teigs mit wenig Mehl auf etwa 3mm zu einem Rechteck von wieder einmal 30 x 40 cm ausrossen, Zimt und Zucker mischen auf die Hälfte über den Teig streuen. Den Teig von der breiten Seite her aufrollen und die Rolle mindestens eine Stunde lang kalt stellen. Mit der zweiten Teighälfte ebenso verfahren. Nach der Kühlzeit in etwa 1/2cm dicke Scheiben schneiden und auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen. Mit Hagelzucker bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C (Umluft 170°C) etwa 15 min backen.

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11
Dez
11

Hagebutten-Pinien-Würfel

Ja, die Weihnachtsbäckerei, die ist dieses Jahr bislang zu kurz gekommen. Gestern hatte ich zum Tee geladen, da sollte doch etwas Selbstgezaubertes auf dem Tisch stehen.

Eine meiner Lieblingsweihnachtsleckerei sind gefüllte kleine Küchlein, schon eigentlich seit Kindertagen. Meine Mutter hatte sie ein Jahr gemacht, danach nie wieder, da es ihr zu aufwändig war. Vor einigen Jahren fand ich ein Rezept für Gebäck, welches schon beim Lesen die Chance hatte, so ähnlich zu schmecken. Mit einigen Abwandelungen ist es inzwischen in die Bestenliste meines Backofens aufgestiegen.

Hier das Rezept:

Für den Teig:
75 g Pinienkerne, 125 g weiche Butter, 50 g Puderzucker, etwas Salz, 1 Ei, 250 g Mehl (ich mische Type 550 mit Dinkelmehl 630), 1 TL Weinsteinbackpulver.
Für die Füllung:
ca. 4 EL Hagebuttenkonfitüre, 100 g Marzipanrohmasse
Für den Guss:
50 g Puderzucker, 2 – 3 EL Zitronensaft

Pinienkerne rösten, abkühlen lassen und sehr fein hacken. Butter, Zucker und Salz mit dem Handrührer cremig rühren, das Ei unterrühren. Mehl, Backpulver und Pinienkerne dazu geben und mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig in Folie für ca. 1 Stunde kalt stellen.
Den Teig kurz durchkneten und zwischen 2 Lagen Backpapier zu einem Rechteck von etwa 30 x 40 cm Größe ausrollen. Den Teig mit einer Gabel einstechen, quer halbieren und auf einem Tablett noch einmal in den Kühlschrank ziehen. Weitere 40 min kalt stellen. Den Backofen auf 180°C, Umluft 160°C vorheizen.
Eine Teigplatte mit der Konfitüre bestreichen und das Marzipan gleichmäßig darüberraspeln, die zweite Teighälfte darauf legen und leicht andrücken. Mit dem Backpapier auf ein Blech ziehen und auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen 20 – 25 min goldbraun backen.
Puderzucker und Zitronensaft glatt rühren und die noch heiße Teigplatte damit bestreichen. Diese dann ganz auskühlen lassen und dann in kleine Rauten schneiden.

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Am besten schmecken diese, wenn sie ein paar Tage durchziehen können. Ging aber gestern nicht, denn der Besuch sollte nur ein paar Stunden später erscheinen. Und der größte Fan diese Leckerei war der jüngste Gast, 2 Jahre und ein paar Monate. Gut, dass ich nicht die ursprünglich Rezeptur mit Aprikosenschnaps für den Guss verwendet habe!

27
Nov
11

Weihnachtlicher Stollen, erster Versuch

Wie jedes Jahr überrascht mit der erste Advent immer wieder: plötzlich, wie aus dem Hinterhalt ist er da. Man könnte natürlich einwenden, dass ich ja seit spätenstens Ende August auf dessen baldiges Erscheinen permanent und in allen Läden erinnert werde, aber ehrlich gesagt, ist mir das zuviel Erinnerungspling-pling. So ignoriere ich seit etwa Ende Oktober das Vorweihnachtsgedöns, entziehe mich hartnäckig den Verlockungen von Zimtsternen, Spekulatius oder Marzipankartoffeln. Wobei mir nichts mehr davon wirklich schmeckt, seitdem ich weiß, wie diese Leckereien schmecken können, wenn sie nicht aus dem Discounter, sondern selbstgemacht oder von einem Konditor hergestellt wurden.

Nun waren die letzten Wochen auch nicht gerade dazu geeignet, so etwas wie vor-adventliche Stimmung aufkommen zu lassen. Wobei der akademische Teil vom mir als Restkatholikin auch beharrlich den Zeigefinger hebt und ausführt, dass eigentlich erst die Adventszeit diejenige ist, die auf das Weihnachtsfest hindeutet und streng genommen eine Fastenzeit ist. Streng genommen!

Nun denn, vieles aus der Keksbäckerei habe ich selber schon ausprobiert, mein Favorit ist eindeutig die Lebkuchenecke. Da bin ich aber fast ein wenig zu spät dieses Jahr, denn der Teig möchte eigentlich schon fertig sein und auf dem Balkon im Kühlen vor sich hinziehen. Hat aber dieses Jahr eben nicht geklappt. So habe ich mich einer neuen bäckerischen Herausforderung gestellt: dem Stollen!

Lange habe ich im Netz nach einem passenden Rezept gesucht, da ich nicht behaupten kann, dass in meiner Familie seit mindestens 18 Generationen ein supergeheimes Rezept, welches nur in der Matrilinie weiter gegeben wird, existiert. Nein, wir sind eher die Lebkuchenfraktion. Aber dieses Jahr wird Stollen probiert!

Und das Netz war gnädig! Hier fand ich, wonach ich suchte!

Also los:

Weihnachtsstollen oder auch “süßes Prachtstück”

(nach Art der Chefköchin lone_bohne)

Zutaten für den Teig:

300 g Rosinen
3 Essl. brauner Rum
540 g Weizenmehl (Type 405)
90 g Zucker
85 g Butterschmalz
250 g Butter
je 50 g Zitronat und Orangeat
120 g enthäutete gemahlene Mandeln (auch Mandelblättchen eignen sich sehr gut)
30 g Marzipanrohmasse
1 gestr. Teel. Salz
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
1/4 Teel. Stollen- oder Lebkuchengewürz
140 ml Vollmilch
2 Würfel frische Hefe

AUSSERDEM:
100 g ausgelassene Butter oder Butterschmalz
75 g Zucker 100 g Puderzucker

1. Zutaten vorbereiten: Einen Tag vorher die Rosinen in eine Schüssel geben, mit Rum mischen und darin einweichen lassen. Ich befand die Menge als deutlich zu gering, habe einfach den Inhalt einer Tüte in ein Schraubglas gefüllt und großzügig unter Rum gesetzt. Restliche Teigzutaten außer Milch und Hefe abwiegen und bei Zimmertemperatur stehen lassen.
2. Vorteig ansetzen: Am nächsten Tag die Hälfte der Milch auf Handwärme erwärmen (keinesfalls über 42°C), in eine große Schüssel geben. Hefe hineinbröseln, mit einer Gabel glatt rühren. 1 Prise Zucker und das Salz zugeben. Alles gut verrühren. 3 EL Mehl locker darüber stäuben. Abgedeckt bei Zimmertemperatur ca. 20 – 30 Min. gehen lassen.
3. Teig verkneten: Restliches Mehl, Gewürze, Zucker, restliche Milch, weiches Butterschmalz, weiche Butter, Mandeln und Marzipanrohmasse zum Vorteig geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes verkneten und mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, besser sind vier Stunden. (Nicht zu warm stellen, sonst läuft die viele Butter davon)
4. Teig in der Schüssel etwas flach drücken. Zitronat, Orangeat und sehr gut abgetropfte Rosinen in die Mitte geben. Seiten überschlagen, alles mit den Händen vorsichtig unterkneten.
5. Teig formen: Teig auf eine bemehlte Unterlage geben und leicht zusammen stoßen (kneten). Mit einem bemehlten Nudelholz etwa 25 x 30 cm flach rollen, Höhe ca. 2 cm. Daraus den ovalen Laib formen: 1/3 des Teiges von der Längsseite her umklappen, die anderen 2/3 aufrollen und gegen das umgeklappte Drittel drücken. Mit bemehlten Händen noch etwas nachformen und andrücken. Oder 1/3 des Teiges umklappen, nochmals umklappen und das andere 1/3 überlappend auf das 2-fach umgeklappte Teigstück andrücken. Mit den Händen nachformen.
Meine Variante war, dass ich den Teig in zwei Teile und somit in zwei Stollen aufgeteilt habe.
6. Stollen zum Backen vorbereiten: Den mit der Hand, bzw. Handkante nachgeformten Stollen, diagonal auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Ca. 1 Stunde abgedeckt gehen lassen und in der Zwischenzeit den Backofen aufheizen. Anschließend das Blech in die zweite Schiene von unten schieben und den Stollen bei 165° Umluft ca. 45 – 50 Minuten backen. Ober/Unterhitze entsprechend höher, die Backzeit kann sich auf 60 Min. verlängern.
7. Mit Butterschmalz bepinseln: Stollen auf dem Backblech noch heiß mehrmals mit erhitzter, flüssiger Butter oder ausgelassenem Butterschmalz bepinseln. Zuerst mit Zucker bestreuen und dann 2/3 des Puderzuckers darüber sieben. Abkühlen lassen. Mit restlichem Puderzucker bestäuben.
8. Abgekühlten Stollen vorsichtig in Alufolie wickeln und 14 Tage kühlstellen, bevor er angeschnitten wird. Ggf. vor dem Servieren nochmals leicht mit Puderzucker bestäuben.

Hoffentlich bringe ich soviel Geduld auf! Aber so ist es ja in der Adventszeit, streng genommen….

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