Archiv der Kategorie 'jahreszeitiges'

12
Mai
12

Leicht lila

Wenn im Frühjahr alles grünt und blüht, ist die Zeit gekommen, mit den verschiedenen Blüten wohlschmeckende Sirups herzustellen. Bislang habe ich mich ja nur an den Holunderblüten versucht, durch my gardener’s table inspiriert, habe ich mir einen Arm voll der duftenden zwartlila Blüten besorgt. Eigentlich sollten es die dunkleren sein, aber die hellen taten es auch.

Fliederblüten

Fliederblüten

Fliedersirup

7 Fliederdolden, 1 unbehandelte Zitrone, 10 g Zitronensäure,

1 l Wasser, 750g Zucker.

Die Dolden säubern, kleine Bewohner der Blüten abschütteln und von diesen trennen.

Aus Wasser und Zucker unter gelegentlichem Rühren aufkochen lassen, bis der Zucker vollständig gelöst ist, abkühlen lassen, die Zitronensäure unterrühren.

In der Zwischenzeit die Fliederblüten von den Dolden zupfen, die abgewaschene Zitrone in dünne Scheiben schneiden.

Flieder und Zitrone

Fliederblüte und Zitrone

Blüten und Zitrone in ein hohes Gefäß mit Deckel geben und danach mit dem abgekühlten Zuckersirup übergießen und durchrühren. Die Mischung fünf Tage möglichst kühl stehen lassen, pro Tag  einmal durchrühren. Danach den Sirup abseihen, Blüten und Zitrone ordentlich abtropfen lassen, in saubere Flaschen abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Soll sich laut Rezept etwa vier Wochen halten, nachdem ich verkostet habe, bin ich skeptisch, dass ich dem Sirup so lange Zeit gebe, denn dazu schmeckt er zu gut. Süß, etwas zitronig und blumig.

Zartlila ist das Ergebnis..

30
Apr
12

Löwenzahn

Es ist Frühling und der Löwenzahn leuchtet gelb auf den Wiesen. Ich wusste zwar, dass man die Blüten auch in der Küche verwenden kann, hatte aber bislang keines ausprobiert. Bei My Gardener’s Table fand ich letztens Rezepte für Löwenzahnsirup, da ich aber demnächst Fliedersirup ausprobieren und Holunderblütensirup nachproduzieren werde, sollte es etwas anderes sein.

Und da eine Reise in meiner Tante Garten bevorstand, war ich sicher, dass es gar kein Problem sein würde, wirklich viele Blüten auf den Wiesen vorzufinden. Ich konnte nicht ahnen, dass meine Tante anlässlich ihres 84. Geburtstages den “Garten schön haben” wollte und sich vor dem Wochenende auf den großen Rasenmähertraktor geschwungen hatte und die Wiesen gemäht hatte. Stolz präsentierte sie mir die kurzgeschorene saftig grüne Pracht. Tja, ein paar gerupfte Blüten schauten noch missmutig zwischen den Grashalmen drein. Aber schon am nächsten Morgen gab es wieder genügend Blüten.

nachwachsender Rohstoff

schnell nachwachsender Rohstoff

Löwenzahn – Gelee

ca. 100 Löwenzahnblüten

500 ml Wasser

1 Zitrone

250 g Gelierzucker 2:1

Zunächst einmal die Blüten von kleinen Untermietern befreien. Dann vom Löwenzahn die grünen Blätter des Blütenstandes entfernen. Die gelben Blüten nun mit kaltem Wasser aufsetzen, aufkochen lassen und etwa 5 min köcheln lassen, abkühlen und etwa 1 Tag ruhen lassen. Abseihen, die Blüten ausdrücken und die verbliebene Flüssigkeit mit der entsprechenden Menge Gelierzucker und dem Saft einer Zitrone nach Packungsangabe zubereiten. Glühenheiss in die vorbereiteten Marmeladengläser füllen und abkühlen lassen.

Groß war die Menge ja nicht, schließlich wollte ich ja auch erstmal probieren.

Die Zitrone schmeckt deutlich im Gelee, es ist aber auch ein zarter, mir bislang unbekannter Blütengeschmackt dabei. Auf einem frischen Sonntagsstuten (aka süßes Weißbrot) mit Butter unwiderstehlich!

Foto folgt noch…

08
Apr
12

Osterzopf

So, fertig!
Und nun frohe Ostern!

Fertig!

Das ist er, der Hefezopf...

06
Apr
12

Ostervorbereitungen

Farbspiele in orange, grasgrün und richensarot

Ostern steht wieder vor der Tür und auch dieses Jahr gibt es zum Osterfrühstück einen Hefezopf. Und wieder sollen Eier als Hinguckerli auf dem Zopf liegen, wenn er dann auf dem Frühstückstisch steht.
Dazu habe ich heute schon mal die Eier vorbereitet, die natürlich nicht mitgebacken werden, sondern für die Vertiefungen drücke ich leere Eierschale in den Teig, die dürfen mit in den Ofen.

Als Osterhefezopfrezept probiere ich dieses Jahr folgendes:

1 kg Mehl, gemischt aus Dinkel- und feingriffigem Weizen-
500 ml handwarme Milch
70 g Zucker
20 g Hefe, (1/2 Würfel) (Teig muss mit auf die Reise, da hat er mehr Zeit zu gehen)
150 g zimmerwarme Butter
2 TL Salz
1 Ei
1 EL Zitronenschale
1 Ei, zum Bestreichen des Brotes
2 EL Hagelzucker

Alle Zutaten vorbereiten, Milch auf Handwärme erwärmen, Zucker darin auflösen, die Hefe hineinbröckeln und gut verrühren, damit man das Ganze mit Schwung an das Mehl in der Schüssel geben kann. Salz, Butter in Flöckchen und das Ei dazu geben und alles zu einem glatten Teig verkneten, etwa 10 min lang.
Die Teigschüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und mindestens zwei Stunden gehen lassen, bei mir wanderte der Teig in die Hefeteigtupperschüssel (das einzige Produkt der Firma in meinem Haushalt, vor langen Jahren geschenkt bekommen, ist aber wirklich gut!).
Vor dem Backen eine Backunterlage mit Mehl bestreuen und den gegangenen Hefeteig darauf geben und diesen nochmal durchkneten.
Dann teile ich ihn in drei gleiche Teile, rolle den Teig in längliche Stränge und flechte den Zopf, die Enden der Stränge werden nach umgeschlagen. Den Zopf diagonal auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech legen. Das nächste Ei sehr gut verquirlen und eine Prise Zucker und Salz zugeben, nach Wunsch noch mit Hagelzucker bestreuen. Dann dem Zopf noch einmal 30 min Gehzeit geben.
Wenn man dann bereit ist, zu backen, sollte der Ofen mit Ober- und Unterhitze auf 200°C geheizt werden, auf der mittleren Schiene des Ofens etwa 45 Minuten backen. Je nach Backofen kann man nach der Hälfte der Backzeit auf 180° herunterschalten.

Zum Osterfrühstück genießen, am besten, wenn er noch lauwarm ist, dann nur mit Butter bestreichen…

Zur Lektüre empfehle ich, damit es nicht zu harmonisch wird:

Fiese Ostern

11
Mar
12

Tulpenwahn

Gestern hatte ich zum Kaffeeklatsch geladen, zudem wollte ich ausprobieren, wie sich mehr als vier Personen am neu gestellten Tisch samt Erweiterungen “anfühlen” würden. Die Gäste hatten sich nicht abgesprochen, als sie die Tulpensträuße als Mitbringsel erkoren. Aber ich habe mich sehr über diese üppige Pracht gefreut, die nun das Wohnzimmer mit den Boten des Frühlings schmücken.

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Vor ein paar Jahren las ich ein Buch über die erste Welle der Begeisterung rund um die Knollenpflanze, die sogar in einer Art Börsencrash endete. Seit dem 16. Jahrhundert wurden Samen und Zwiebeln der ursprünglich in Vorderasien beheimateten Pflanze nach Westeuropa eingeführt und gelangten über botanische Gärten auch in die Parks der Herrschenden und Mächtigen, nach einer Weile auch in die neuangelegten Gärten der Reichen, Gelehrten und Bürger. Besonders in den Niederlanden machte die Schöne richtig Furore, wenn sie im Frühling Farbenpracht in die vom langen Grau des Winters geplagten Gemüter brachte. Allerdings wurden die kostbaren Blumen nicht wie heute als wahre Blumenmeere gepflanzt, sondern als einzeln stehende, die jede für sich bewundert und mit Besuchern des eigenen Gartens diskutiert wurden.

Es wurde gezüchtet, dass es eine Freude war: neue Sorten entstanden, neue Farben und vor allem neue Mengen! Mit der Ernte von Samen dauerte es im 17. Jahrhundert mehrere Jahre, bis eine Tulpe blühfähig war, mit der Vermehrung über Tochterzwiebeln nur ein oder zwei Jahre. Kurz und gut, das Geschäft entwickelte sich prächtig, vorangetrieben durch die Entstehung von Sorten mit einzigartigen mehrfarbigen Mustern auf den Blütenblättern. Diese waren das Ergebnis einer Virusinfektion der Tochterzwiebeln, die über Blattläuse verbreitet wurde, was im 17. Jahrhundert aber niemand ahnte.

Dann passierte aber etwas, was sich Historiker, Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler bis heute nicht vollständig erklären können: Diese mehrfarbigen, geflammten, gestreiften oder gesprenkelten Tulpen brachten noch mehr Profite ein und die am Handel Beteiligten offenbar um den finanziellen Verstand. In der Mitte der 1630er Jahre entstand eine Spekulationsblase, die sich in ihrer Wahnwitzigkeit offensichtlich nur wenig von spekulativen Geschäften unserer Tage unterscheidet. Die Händler wollten nicht mehr für sich selber die Zwiebeln erwerben, sondern sie nur noch mit Gewinn weiter verkaufen. In Schänken und Gasthäusern traf man sich in den sogenannten Kollegs, um sich dort über die Pflanzen, über Farben, Zuchterfolge auszutauschen, aber auch um Zwiebeln zu verkaufen. Es wurden sogar Optionen über die Aushändigung der Pflanzen verhandelt, oder auch Optionen über Pflanzen, die bestimmte Farben haben würden. Die absolute Hausse erreichten die Preise um die Tulpe “Semper Augustus” um die Jahreswende 1636/37: für drei der wohl nur 12 überhaupt vorhandenen Zwiebeln wurden 30.000 Gulden geboten, dem dreifachen Gegenwert für das teuerste Haus in Amsterdam in Toplage. Nicht jede Tulpe wurde so hoch gehandelt, aber es wird eine Preissteigerung um das etwa zwölffache auch für einfachere Sorten angenommen. Die Wende kam aber schon bald, denn bereits im Februar 1637 brach der Markt zusammen, nachdem bei Auktionen die geforderten Preise, besonders im Optionshandel nicht mehr bezahlt werden konnten oder wurden. Eine unübersichtliche Anzahl von Verträgen und Optionsverträgen lag der Obrigkeit und den Gerichten zur Auflösung binnen kurzer Zeit vor, mehrere Schiedsversuche in den holländischen Städten scheiterten, bis im April 1637 der oberste Gerichtshof der Provinz Holland einen Schiedsspruch verkündete, nach dem die geschlossenen Verträge grundsätzlich in Kraft blieben, die Städte ihren Blumenhändlern aber helfen sollten, aus der Krise herauszukommen (nein, kein “Rettungsschirm”) und die Verkäufer beim Bruch eines Vertrages die Zwiebeln noch einmal zum Kauf anbieten durften und der vertragsbrüchige erste Käufer für die Differenz im Kaufpreis aufkommen musste.

Verschiedene Ansätze versuchen das Phänomen zu erklären, auch in der bildenden Kunst des 17. Jahrhunderts taucht der Tulpenwahn wiederholt als Thema auf, ausführlich nachzulesen bei wikipedia.

Die meisten der Sorten, die damals soviel Wirbel verursachten, sind heute ausgestorben, mit dem Tulpenmosaikvirus befallene Zwiebeln wurden von den Tulpenzüchtern in jüngerer Zeit aus Sorgen um den eigenen Bestand vernichtet. Auch wenn ich keine “Semper Augustus” in der Vase stehen habe, freue mich in den nächsten Tagen an der bunten Farbenpracht bei mir zuhause!

02
Jan
12

Silvesterdessert mit Hagebutte

Eigentlich wollte ich keine Feier veranstalten, ich wollte das neue Jahr in Ruhe innerhalb der eigenen Wände verbringen. Es kam anders: schließlich hatte sich eine Runde von Acht um das Raclettegerät versammelt und genoss Käse, Kartoffeln und andere Leckereien. Und ein ordentliches Mahl möchte ja auch von einem Dessert gekrönt werden, zumindest bei mir.

Die Zutaten sind im Rezept für sechs Portionen angegeben, wir haben zu acht davon gegessen und ich befand die Menge durchaus für acht angemessen.

Also, die Zutaten:

6 Blatt weißer Gelantine, 400 ml Milch, 1 Vanilleschoten, 4 Eigelbe von sehr frischen Eiern (Größe M), 50 g Puderzucker, 200 g Hagebuttenmarmelade, 1 ungespritzte Orange (Schale und Saft), 2cl Orangenlikör, 500 g Schlagsahne, zartbittere Schokolade.

Zunächst die Gelantine in kaltem Wasser einweichen, die Vanilleschote vom Mark befreien und dasselbe mitsamt der Schoten zur Milch geben und beides zusammen kurz aufkochen, dann leicht abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Eier trennen, nur die Eigelbe werden weiterhin gebraucht. Die Eigelbe mit dem Puderzucker, 100 g Hagebuttenmarmelade und abgeriebener Orangenschale über dem Wasserbad aufschlagen, bis der Schaum dickflüssig wird. Die Schüssel in kaltes Wasser stellen, noch etwas weiter schlagen.

Die Vanilleschoten aus der Milch nehmen und die Milch-Vanille-Mischung langsam in die Eigelbmasse einrühren. Und alles abkühlen lassen. Die Gelantine nun ausdrücken, allmählich in die heiße Mischung einrühren und darin auflösen. Alles weiter abkühlen lassen, am besten etwa 20 min im Kühlschrank. Sahne steif schlagen und diese dann unter die langsam gelierende Masse ziehen.

Die Orange auspressen, zusammen mit den restlichen 100 g Hagebuttenmarmelade und 2 cl Orangenlikör leicht erwärmen und glatt rühren.

Die Hälfte der Mousse in acht Gläser füllen, dann ein paar Schokospäne darauf geben und dann die Hälfte der Marmeladen-Orangen-Mischung. Dann den Rest der Mousse auffüllen und die Oberfläche mit dem Rest der Hagebutten-Sauce verzieren.

Alles mehrere Stunden kalt stellen, zum Glück war es am Silvesternachmittag kühl genug, um die Gläser auf dem Balkon kalt zu stellen.

01
Jan
12

Ein frohes neues Jahr – 2012 kann kommen!

Das neue Jahr ist nun schon fast einen Tag alt, da ist es noch in Ordnung, allen Lesern, den regelmäßigen und den gelegentlichen, ein frohes neues Jahr zu wünschen und mir selber, dass meine Lieblingsblogs weiterhin so viel Tolles zu Lesen bieten!

2011 ist nun vorbei, wobei gerade die letzten Monate mir einiges abverlangt haben, von dem manches hier im Blog gelandet ist, natürlich aber nicht alles. Aber es gab auch tolle Erlebnisse wie die, wenn ich Euch wunderbaren Schreibern aus der großen weiten Bloggerwelt die eine oder andere wunderbare Begegnung verdanke oder mein Kurztrip nach Schottland im Juni, eine Grillparty an einem brandenburger See, Diskussionen mit tollen Kollegen aus ganz Europa oder eine klitzekleine freudige Überraschung im Briefkasten, just zum Silvestertag!

So gibt es nun noch ein paar Impressionen aus dem silvesterlichen Friedrichshain, aufgenommen an einem sehr schönen Abend mit Freunden, der mit Sekt auf dem Balkon um Mitternacht seinen Höhepunkt hatte. Es war das letzte Mal in der Simon-Dach-Straße, soviel ist sicher.

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27
Dez
11

2. Weihnachtsfeiertag 2007

Der 2. Weihnachtsfeiertag ist traditionell der ruhigste bei mir. Nach den Aufregungungen, Völlereien und Reisen vor Heiligabend und am 1. Weihnachtstag zurück nach Hause brauche ich Ruhe, nur viel Tee und eventuell noch eine funktionierende Fernbedienung, sollten keine neuen Bücher unterm Weihnachtsbaum gelegen haben.

Frohgestimmt kam ich damals am 1. Feiertag abends nach Hause. Leicht erhitzt noch vom Treppensteigen in den 4. Stock, dabei vollbeladen wie das Christkind vor Weihnachten merkte ich zuerst gar nicht, dass es unziemlich frisch in der Wohnung war. Als ich mir die Hände waschen wollte, bemerkte ich schon, dass nur noch eiskaltes Wasser aus dem Hahn floss und die Gastherme nicht ansprang. Der Zündfunke wollte nicht zünden. Somit war auch klar, warum es so frisch in der Wohung war. Im Sicherungskasten sah alles normal aus, keine Sicherung war herausgesprungen. Es war schon so spät, dass ich nicht mehr beim Hausmeister anrufen wollte. So ging ich schlafen. Am nächsten Morgen sollte es dann zumindest erstmal ein Heißgetränk geben, um die Lebensgeister aufzutauen. Der Wasserkocher lief kurz, dann war alles tot: kein Strom mehr, gar keiner mehr. Die Sicherungen im Kasten standen immer noch auf “alles ist gut”. Der Strom blieb weg.

Also ging ich runter zum Haupsicherungskasten, der mit einem ordentlichen Vorhängeschloss gesichert war, zu dem ich natürlich keinen Schlüssel hatte. Schlecht gelaunt stieg ich die vier Treppen wieder hoch. Ich suchte die Nummer vom Hausmeister und wählte. Nichts, außer der Dame, die den Anrufbeantworter einläutet. Ich sagte freundlich mein Sprüchlein und bat um schnelle Hilfe. Die Temperatur in der Wohnung war auf etwa 13°C gesunken, eindeutig kalt! Als Freundin der analogen Kerzen zündete ich nach und nach alle an, die mir in die Hände fielen. Schließlich wurde das Wohnzimmer von gut 30 Kerzen illuminiert, der Gasherd sorgte für Heißgetränke! Und schließlich hatte ich ja Bücher zu Weihnachten geschenkt bekommen.

Drei Stunden später rief ich erneut den Anrufbeantworter des Hausmeisters an. Wie sich inzwischen herausgestellt hatte, war nur diese eine Wohnung von der herausgeflogenen Hauptsicherung kaltgestellt. Aber es war sowieso kaum jemand zuhause, und schon gar keiner, bei dem ich den Tag hätte verbringen wollen. Und noch ein Anruf beim Anrufspeicher, denn geantwortet hatte er ja nicht, da auch der Hausmeister Weihnachten hatte. Meine Nachrichten wurden auch etwas schärfer im Tonfall, später etwas verzweifelter. Immerhin hatten die Kerzen die Wohnung auf kuschelige 17°C erwärmt! Gegen abend beschloss ich, ins Kino zu gehen, es würde sowieso keiner mehr kommen, um die Sicherung auszutauschen. Aber auch dort war mir das Glück nicht hold: keiner der Filme konnte mich locken, in einen weichen Sessel zu sinken und für 2 Stunden meine missliche Lage zu vergessen. Also zog ich, noch schlechter gelaunt als vorher zurück nach Friedrichshain, um dort bei einem sonst sehr guten Thai meinen Magen mit wärmenden Speisen zu füllen. Und, es war wie verhext, meine Bestellung wurde vergessen. Ich war den Tränen nahe und auch die sofort nachgekochte Speise konnte mich nicht wirklich versöhnen, ebensowenig die Entschuldigungsflasche Pflaumenwein, den ich nicht mag.

Zurück zuhause kochte ich mir Wasser für die Wärmflasche und stieg in das eiskalte Bett.

Am nächsten Morgen rief der Hausmeister an und fragte, warum ich denn nicht beim Elektriker angerufen hätte, die Nummer würde im Hausflur unten hängen. Ich konnte es nicht fassen: ich hatte überall gesucht, aber nur die Sprechzeiten der Hausverwaltung und deren neue Telefonnummer gefunden. Der Hausmeister versprach, den Elektriker sofort zu benachrichtigen.

Und wirklich: keine zwei Stunden später war der Elektriker da! Aber auch er hatte keinen Schlüssel für das Vorhängeschloss und musste es mit einem Bolzenschneider aufbrechen. So hing dann der Schrank mehr als zwei Jahre unverschlossen herum und nie wieder ist eine Hauptsicherung herausgeflogen.

Seitdem geht nur noch das Licht hier im gesamten Straßenbereich aus, für alle gleichzeitig. Dann brennen hier die analogen Kerzen und das Leben ist gleich viel ruhiger. Aber der Stromausfall dauert nie so lange wie meiner Weihnachten 2007!

23
Dez
11

Weihnachtswünsche

Liebe Leser, nun wollte ich eigentlich gestern noch ein schönes Weihnachtsbild aus meinem reichhaltigen Fundus von Selbstfotografiertem heraussuchen. Dann fiel gestern der Strom aus. Nein, nicht bei uns in der Wohnung, nein, nicht bei uns im Haus, sondern einmal wieder im gesamten Straßenabschnitt. Zwei Stunden war alles ruhig, besonders das Radio der Bauarbeiter im Innenhof. Aber eben auch mein Rechner. Inzwischen haben wir uns auf den Weg zu unseren Lieben außerhalb von Berlin gemacht und sitzen gemütlich zusammen am bullernden Ofen und trinken wunderbaren französischen Rotwein.

Darum bin ich nun wieder entspannter, Weihnachten kann kommen. Somit wünsche ich Euch, liebe Leser, ein schönes Weihnachtsfest. Lasst es euch gut gehen, nicht mehr stressen und trinkt auch einen feinen Rotwein oder ähnliches Leckeres.

11
Dez
11

Butter-Zimt-Schnecken

Und noch ein wenig mehr Hüftgold! Schließlich kann man auf einem Bein schlecht stehen, wenn das Gold an nur einer Hüfte hängt….

Butter-Zimt-Schnecken

500g Mehl, 325g Butter, 125g Vollmilch-Joghurt, Salz, Mehl zum Ausrollen;
4 EL feinster Zucker, 1 EL Zimt/ Lebkuchengewürz, 50g Hagelzucker

Mehl in eine Schüssel sieben und in die Mitte eine Mulde drücken. Kalte Butter klein würfeln und zugeben. Joghurt und Salz in der Mulde verrühren und mit Mehl vermischen. Den Teig mit den Händen schnell zu einem glatten Teig verarbeiten, darauf achten, dass die Butterflöckchen gut aufgelöst sind. Die Hälfte des Teigs mit wenig Mehl auf etwa 3mm zu einem Rechteck von wieder einmal 30 x 40 cm ausrossen, Zimt und Zucker mischen auf die Hälfte über den Teig streuen. Den Teig von der breiten Seite her aufrollen und die Rolle mindestens eine Stunde lang kalt stellen. Mit der zweiten Teighälfte ebenso verfahren. Nach der Kühlzeit in etwa 1/2cm dicke Scheiben schneiden und auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen. Mit Hagelzucker bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C (Umluft 170°C) etwa 15 min backen.

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