Es ist erst ein paar Jahrzehnte her, als eine Dame von Welt niemals ohne passende Kopfbedeckung verreist wäre. Natürlich wurden auch Hüte zum Wechseln mitgeführt. Heute ist ja das Huttragen, wie lakritze letztens schon schrieb und karu zu widerlegen versuchte, etwas aus der Mode gerate, zumindest was weite Teile der weiblichen Bevölkerung angeht. Nur wenn es nach Ascot zum Pferderennen, zu einer Hochzeit in vermeintlich erlauchten Kreisen geht oder die Sonne durch zu dünnes Haupthaar brennen würde, wird (wieder) Hut getragen. Da nur der erste Grund wohl nicht auf meine Großmutter väterlicherseits zutraf, hatte sie auch einige Kopfbedeckungen: für den Winter passend zum Mantel eine Persianerkappe oder für ein samtiges Hütchen in Schwarz. Auch im Sommer trug sie zu den jeweiligen Mänteln Hut. Wurde es zu heiß, dass frau keinen Mantel trug, sondern nur ein Jäckchen, ging sie, soweit ich mich erinnere, kaum aus. Schwitzen gehörte nicht in die Öffentlichkeit.
Immerhin bin ich so in den Besitz einer Hutschachtel, nein eher eines Hutköfferchens gekommen, in dem nun mein Strohhut “für gut” schlummert. Für den Fall, dass ich mal überraschenderweise zu einer Hochzeit im Hochadel oder so geladen bin…
Danke, Oma!
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